Andre Kieserling

Andre Kieserling hat sich aus systemtheoretischer Sicht mit der Kommunikation unter Anwesenden – so auch ein Buchtitel von ihm – beschäftigt. Durch seine Reflexion des Wahrnehmungsbegriffs und der Verknüpfung von Wahrnehmungsvorgängen mit dem Konzept der doppelten Kontingenz gelingen ihm systemtheoretische Einsichten, die den psychologischen Erkenntnissen über Resonanzphänomenen sehr nahe kommen. Seine Begriffsschöpfung „reflexive Wahrnehmung“ finden …

Tobias Brocher

Tobias Brocher ist hier stellvertretend genannt für eine ganze Reihe von Psychoanalytikern (V. v. Weizsächer, M.Balint, W.Bion, S. H. Foulkes, P. Fürstenau u.a.m.), die seit den späten 50er Jahren des letzten Jahrhunderts tiefen- und sozialpsychologische Sichtweisen verbanden. Daraus ergaben sich vielfältige kreative Arbeits- und Forschungssettings mit Gruppen. Brocher und seine Kollegen liessen sich von der Einsicht …

Rudi Wimmer

Rudi Wimmer ist einer der wenigen Denker, der die Brücke zwischen Systemtheorie und dem Phänomen „Gruppe/Team“ schlägt. Er formuliert wichtige Argumente aus, die begründen, warum es wichtig ist, Gruppen als eigenständiges soziales System theoretisch zu fassen. Sein Oszillieren zwischen seiner Rolle als Gruppendynamiker, Teamentwickler und Organisationsberater auf der einen und als Wissenschaftler und Lehrstuhlinhaber auf der anderen Seite …

Kurt Lewin

Kurt Lewin, in Polen geboren und 1947 in Amerika gestorben, ist der vielleicht bedeutendste Sozialpsychologe des letzten Jahrhunderts. Die Bandbreite seiner Kenntnisse – Gestaltpsychologie, Tiefenpsychologie, experimentelle Psychologie – gab ihm das Fundament sowohl gruppendynamisches Forschungssettings zu entwickeln als auch typische Muster von Veränderungsprozessen (auftauen, bewegen, einfrieren) zu konzeptualisieren. Viele andere Forschungsdesigns und Führungstheorien wurden durch seine sozialwissenschaftliche …

Sanktionieren

Die Alternative zum Bestätigen ist das Sanktionieren. Das wird in Teams in zwei Formen praktiziert. Die eine ist die negative Reaktion. Das kann ein schlichtes „Nein“ sein, ein scharfes „So nicht!“ oder eine hochgezogene Augenbraue. Je subtiler, desto wirksamer, da die Verunsicherung höher ist – man macht sich Gedanken – und die Möglichkeiten der Gegenreaktion …

Bestätigen

Damit sich im Team ein Interaktionsmuster bildet, müssen sich einzelne Interaktionsereignisse wiederholen. Damit sich solche Ereignisse wiederholen, müssen sie vorher als nützlich, als erwünscht, als möglich, als richtig, als angebracht u.a.m. bestätigt werden. Was wiederum in den Interaktionen der Teammitglieder als Bestätigung wahrgenommen wird, kann sich auf vielen Ebenen und in vielen Formen zeigen. Der …

Identifikation mit dem Ziel

Jedes Team ist darauf angewiesen, dass sich seine Mitglieder mit den Zielen identifizieren. Nur so kann die Zielsetzung aufrechterhalten werden. Mangelnde Identifikation kann entweder über eine Veränderung der Ziele bearbeitet werden, sofern man sich im Team auf eine Anpassung einigen kann und überhaupt ein Entscheidungsspielraum besteht. Oder man sucht die Flexibilität auf Seiten der Mitarbeiter. …

Teamentwicklung

Teamentwicklung, Teambuilding, Teamcoaching – das alles sind Bezeichnungen für Beratungsformate die helfen sollen, dass Teams besser funktionieren. Darin ist die Erkenntnis enthalten, dass die Führungskraft alleine mit ihrer Führungs-Kraft die Teammitglieder nicht zur Mit-Arbeit bringen kann (dann würde ja Coaching reichen). Diese Sichtweise hat sich in den meisten Organisationen mittlerweile durchgesetzt. Die zunächst trivial erscheinende …

Das optimale Team

Es ist ein bemerkenswertes Phänomen, wie verbreitet die Neigung unter Praktikern wie Theoretikern ist, normative Modelle für Teams zu entwickeln: Wie geht „richtige“ Teamarbeit? Wie schaut ein „optimales“ Team aus? Wir finden Antworten auf solche Fragen nicht hilfreich. Die Verhältnisse und Randbedingungen, unter denen Teams arbeiten, die Zielsetzungen und deren Volatilität, die Fachkompetenzen, die Reflexionsfähigkeiten der …

Theoriebezüge zur Teamdynamik

Metatheorie bedeutet, sich mit Hilfe von definierten theoretischen Prinzipien mit anderen Theorien zu beschäftigen. Wir haben versucht – neben Erkenntnissen aus fast 1000 Teamworkshops –  möglichst viele, relevante und etablierte Beratungsschulen, die sich mit Teams/Gruppen beschäftigen, zu untersuchen. Die Fragen waren immer: Warum haben bestimmte Vorgehensweisen Erfolg, wie erklären sie selbst diese Wirkungen und wie lassen …