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Sanktionieren

Die Alternative zum Bestätigen ist das Sanktionieren. Das wird in Teams in zwei Formen praktiziert. Die eine ist die negative Reaktion. Das kann ein schlichtes „Nein“ sein, ein scharfes „So nicht!“ oder eine hochgezogene Augenbraue. Je subtiler, desto wirksamer, da die Verunsicherung höher ist – man macht sich Gedanken – und die Möglichkeiten der Gegenreaktion geringer sind (Wie antwortet man auf die Augenbraue?).

Die andere, noch massivere Möglichkeit zu sanktionieren, ist das Ignorieren. Da Interaktionen aus Bezogenheit (doppelte Kontingenz) bestehen, ist die Verweigerung der Wahrnehmung einer Mitteilung das mächtigste Mittel in Teamdynamiken. (Manche Menschen wissen wie es ist, wenn die Eltern nicht mehr mit ihnen gesprochen haben!). Dass Mobbing mit dem Mittel des Ignorierens arbeitet, verwundert nicht.

Gleichzeitig mit Sanktionen bildet sich im Team immer auch ein Muster aus, wer sanktionieren darf. Das sind nicht zwangsläufig (nur) die Personen, die Leitungsrollen innehaben, sondern durchaus auch „normale“ Teammitglieder. Die Sozialpsychologie präsentiert viele Forschungen darüber, wie vielfältig, unvorhersehbar und auch in jeder Gruppe anders die Regeln sind, nach denen Mitglieder sich exponieren können, als die nach denen sanktioniert werden darf. Bestätigen darf jeder, sanktionieren nur manche.



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