«Denken bedeutet experimentieren, doch das Experiment ist stets das, was sich gerade ereignet – das Neue, das Ausgezeichnete, das Interessante...» (Deleuze / Guattari)

Metatheorie der Veränderung - Die Darstellungsform

Unsere Metatheorie der Veränderung stellen wir in neuer, ungewöhnlicher Weise dar: Sie folgt nicht einem Inhaltsverzeichnis, ist also nicht hierarchisch aufgebaut, sondern heterarchisch, rhizomatisch und assoziativ. 

Jeder Begriff ist umgeben von mit ihm verbundenen, zugehörigen, verwandten, vertiefenden weiteren Begriffen. Das System ist in sich endlos – wie die Welt selbst auch. Alle Kreise in den Rosetten des Tools sind anklickbar: Ein Klick führt zu einem erläuternden Text. Ein zweiter Klick führt zu einer neuen Rosette, die sich um den gewählten Begriff herum entfaltet und genau damit neue Zusammenhänge erschließt.

Es ist egal, wo Sie anfangen und wie sie weiterklicken. Folgen Sie Ihren Interessen, springen Sie vor und quer und nach hinten und zurück. Wie es Ihnen gefällt. Die Erläuterungen sind fast alle in sich verständlich und verweisen ihrerseits auf andere assoziierte Begriffe. 

"Bedienungsanleitung" für Nicht-Linearität:

Der große, aber nicht so bekannte Philosoph und Mathematiker des Mittelalters, Blaise Pascal, hat diese Art zu denken so begründet:

"Ich werde meine Gedanken ohne Ordnung aufschreiben und doch vielleicht nicht in einer Verworrenheit ohne Plan. Es ist die wahre Ordnung. Sie wird stets durch die Unordnung selbst meinen Gegenstand bezeichnen. Ich erweise meinem Thema zu viel Ehre, wenn ich es mit Ordnung behandeln würde, denn ich will zeigen, dass es deren nicht fähig ist."

(Œuvres Complètes, Edition Pléiade, 1102).

Kaum etwas ist lesenden Menschen so vertraut, wie ein Inhaltsverzeichnis zu Beginn eines Buches.

Man weiß, wo etwas hingehört und was Ober- und Unterpunkte sind. Mit dieser Darstellungsform haben wir in der Präsentation dieser Metatheorie der Veränderung ziemlich radikal gebrochen. Sie finden im Grunde nur sechs Hauptfelder: Systemdynamik, Psychodynamik, Konfliktdynamik, Organisationsdynamik und Metadynamik. Dennoch hängen auch diese Felder und ihre Begriffswelten miteinander zusammen und sind auch entsprechend vernetzt. Es erwarten Sie in unserem Metatheorie-Tool über 700 (in der Endversion ab Herbst 2017 werden es voraussichtlich mehr als 1500 sein) miteinander vernetzte, verlinkte, assoziierte Begriffe, die möglichst knapp erläutert werden. Bislang online sind die Bereiche Psychodynamik und Teamdynamik. Der Bereich Organisationsdynamik ist derzeit im Aufbau.

Eine integrative Theoriebildung muss komplexitätsgerecht sein.

Komplexität aber ist nicht linear, nicht systematisch. Sie ist zirkulär, sie begründet durch Bezüge, nicht durch Ursachen, sie ist relational, sie ist in sich unendlich, sie erscheint insbesondere als widersprüchlich, vieldeutig, paradox und voller Ambiguität. Diesen Merkmalen haben wir versucht in der Form, die wir Ihnen hier präsentieren, gerecht zu werden. Wir orientieren uns damit an den Theoriestilen von Pascal, La Rochefoucauld, Bacon, Erasmus, Schlegel und Nietzsche. Und wir nutzen die Möglichkeiten, welche die IT heute bietet, um der dominanten hierarchischen Ordnungsform - die es ja in der Welt nicht "gibt" - eine assoziative Vernetzungslogik als Alternative zur Seite zu stellen.

Deshalb: Ein ungeschriebener und ganz wesentlicher Teil dieser Theorie besteht in der Vernetzung, also in der Form der Darstellung.

Die Welt ist nicht hierarchisch und geordnet, auch nicht die Beratungswelt. Es kommt vieles gleichzeitig und am gleichen Ort im gleichen Kontext vor, zufällig und ohne erkennbare Regel, komplex und relevant. Da kann keiner sagen, das kommt in meinem Konzept, in meinem Plan nicht vor, also ignoriere ich es (obwohl natürlich genau das ununterbrochen passiert!). Wer sich für Veränderung interessiert oder sich beruflich damit beschäftigt, der braucht ein assoziatives, implizites, umfassendes und auch unerklärbares Wissen über Zusammenhänge. Man nennt das oft einfach "Erfahrung".

Weitere Hinweise zur Nutzung

Dieses Webportal möchte auf einer kognitiven Ebene dazu verhelfen, indem es eine vernetzte Oberfläche bietet, die wir speziell für diesen Zweck programmieren haben lassen.

Wenn Sie sich experimentieren lassen und sich durch Ihre Interessen und Klicks treiben lassen, dann werden Sie sich vielleicht, die gewohnte Orientierung vermissend, erst einmal etwas "verlieren" oder sich verzetteln. Möglicherweise entdecken Sie aber auch die offensichtlichen und verborgenen Ordnungen, kommen über nicht erwartete Bezüge in überraschende Zusammenhänge und lassen sich anregen, eigene Vernetzung und eigene Assoziationen zu erfinden. Wenn Sie mit etwas nichts anfangen können, dann klicken Sie sich einfach weiter. Die Erläuterungen sind mal alltagssprachlicher, mal voraussetzungsreicher. Das ist Absicht.

Sie werden farblich - wie sie das von Links kennen - darüber am Laufenden gehalten, was Sie schon einmal gelesen haben. Manchmal versteht man es beim zweiten oder dritten Lesen anders. Auch dazu laden wir ein. Es wird viel von vernetztem Denken gesprochen. Hier können Sie es ausprobieren.

Die literarische Form ist aphoristisch: Kurze, zwangsläufig unvollständige Texte. Mal theoretisch-abstrakt, mal pragmatisch-unterhaltsam, mal zugespitzt, mal gedankensplitternd, mal abschweifend, immer Fragmente.

Wir arbeiten ständig weiter an dieser in ihrem Stil und Typus anderen Form von Theorie. Schauen Sie gern immer mal wieder vorbei. Und hier geht es zu unserem Tool: Metatheorie-Tool