Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie mit ihren vielfältigen Verästelungen ist ein Hauptstrang der Psychologie. In ihr bündeln sich die Erkenntnisse und Vorgehensweisen, die auf dem Ausschnitt der Psychologie beruhen, der sich mit naturwissenschaftlichen Methoden besonders gut erforschen lässt. Verhalten ist beobachtbar, damit messbar und damit gut geeignet, Wirkungen zu identifizieren und Forschungsstudien anzustellen. Daher kommen das Renommee und …

Tiefenpsychologie

Da die Tiefenpsychologie ein solch riesiger, erratischer und mühsamer Fels des psychologischen Denkens und Handelns ist, generiert sie leicht Anhängertum oder Ignoranz. Die Fülle an Erkenntnissen und Erfahrungen erschließen sich daher nur, wenn man sich die Mühe macht, sich die sperrige Terminologie und Denkart anzueignen. Dann jedoch wird die Psychoanalyse  mehr als interessant und ist für viele Aspekte unseres …

Gestalttherapie

Die Gestalttherapie – begründet von Fritz Perls, Lore Perls und Paul Goldmann –  ist eines der in den 60er bis 90er Jahre boomenden Psychotherapieverfahren, die mittlerweile an vielen Orten dagegen ankämpfen, zu verschwinden und Geschichte zu werden. Der Reichtum an Innovation, an Unangepasstheit, an Experimentierfreude und an ungewöhnlichen Denkmustern hat dazu geführt, dass viele Therapeuten und Berater …

Transaktionsanalyse

Die Transaktionsanalyse ist – neben der Gestalt-, Gesprächs- und Hypnotherapie – eine der wichtigsten Strömungen der sog. humanistischen Beratungsrichtungen. Entwickelt vornehmlich von E. Berne ist sie ein Konzept, das tiefenpsychologisches, kommunikatives und verhaltensorientiertes Wissen kombiniert und in plausible, eingängige Modelle fasst, die leicht verständlich sind. Die Schattenseite war und ist, dass diese Modelle in vielen …

Systemische Richtungen

Systemische Beratung – klar zu unterscheiden von systemtheoretisch (!) – ist seit geraumer Zeit ein ausgesprochen erfolgreicher Beratungsansatz. Dieser Erfolg wurde möglich durch markante Abgrenzungen zu den bis dahin etablierten Verfahren. Der Einbezug des Umfeldes (Familie, Team), der Verzicht auf Schuldfragen und Bewertung, ein neues Verständnis von Krankheit und die Geschwindigkeit mit der Lösungen angestrebt wurden, all …

Körperbezogene Richtungen

Der Streit darüber, ob der Körper für psychische Veränderung relevant oder vielleicht sogar unverzichtbar ist, begann schon zu Zeiten Freuds. Wilhelm Reich und Otto Rank waren die ersten Dissidenten, die bei Freud aufgrund dieser Meinung in Ungnade fielen. Von dieser Ablehnung des Körpers hat sich die Tiefenpsychologie bis heute nicht wirklich erholt. Da jedoch alle Selbstwahrnehmung, der …

Theoriebezüge der Psychodynamik

Metatheorie bedeutet, sich mit Hilfe von theoretischen Prinzipien und Setzungen mit anderen Theorien zu beschäftigen. Wir haben versucht, möglichst viele, relevante und etablierte Beratungsschulen zu untersuchen. Die Fragen waren immer: Warum haben diese Vorgehensweisen Erfolg, wie erklären sie selbst diese Wirkungen, und wie lassen sich aus unserer Sicht Theorie und Praxis jeweils nachvollziehen? Es erschien uns …

Selektionszwang

Das psychische System wählt ununterbrochen eine Seite der jeweiligen psychischen Leitprozesse aus und stellt damit seinen Bestand sicher. Ohne Entscheidung kein Bestand. Wir Menschen stehen unter Selektionszwang, der uns Freiheit ermöglicht und Selbstverantwortung notwendig macht. Das hat die Folge, dass das „Weiterleben“ keine Selbstverständlichkeit ist, sondern man es ständig erarbeiten muss. Dadurch ist Ungewissheit der Normalzustand des Denkens und …

Wahrnehmungskompetenz

Worin besteht Wahrnehmungskompetenz? Sie besteht nicht in Informationsverarbeitung oder Datenbeschaffung, sondern sie besteht in einem Zusammenwirken vieler unterschiedlicher Sinne: Zur Wahrnehmungkompetenz gehört emotionale Betroffenheit genauso wie die Leiblichkeit, Sinn für Zwischentöne und -farben, Lauschen auf das, was nachhallt und dem Lauten vorausgeht, Achtsamkeit für die Qualität von Pausen, Lücken und Leerstellen. Sie ist ein Kind …

Entscheidungszwang

Das psychische System muss fortlaufend entscheiden. Entscheiden heißt wählen zwischen Alternativen (Leitprozesse!). Diese kontinuierliche Notwendigkeit des Selbsterhalts durch Wählen eines neuen Ereignisses – Wahrnehmen, Denken, Fühlen, Handeln, Bewerten, Wollen, Resonieren und Verstehen –  macht das psychische System zu einem labilen System. Es gibt keine zeitüberdauernde Sicherheit für Stabilität. Niemand kann wissen, ob er morgen die …