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Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie mit ihren vielfältigen Verästelungen ist ein Hauptstrang der Psychologie. In ihr bündeln sich die Erkenntnisse und Vorgehensweisen, die auf dem Ausschnitt der Psychologie beruhen, der sich mit naturwissenschaftlichen Methoden besonders gut erforschen lässt. Verhalten ist beobachtbar, damit messbar und damit gut geeignet, Wirkungen zu identifizieren und Forschungsstudien anzustellen. Daher kommen das Renommee und die Verbreitung. In den letzten Jahren wurden immer wieder Elemente anderer Schulen integriert, und dadurch entstanden wertvolle Weiterentwicklungen, etwa die Schematherapie.

Aus metatheoretischer Sicht droht bei der Vereinnahmung von Vorgehensweisen leicht ein Mischmasch, in dem verborgen bleibt, dass einander widersprechende Prämissen auf der Theorieebene in die Praxis übernommen werden. Dadurch werden die Vorgehensweisen schnell zur Beratungstechnik. In Beratungsformaten wie Coaching und Führungstrainings, in denen von den Kunden schnelle Ergebnisse auf der Verhaltensebene erwartet werden, wurden deshalb viele Techniken der Verhaltenstherapie übernommen oder adaptiert. Sie erzielen Wirkung und sind für den Berater schnell erlernbar und dadurch leider eben auch häufig sehr problematisch.

Um die Schätze der Verhaltenstherapie gut nutzen zu können, braucht es ein Wissen, welches die Verhaltenstherapie selbst nicht oder nur ganz am Rande zur Verfügung stellt. Darin gleicht sie den lösungs- und ressoucenorientierten Ansätzen. Ohne psychodynamische Orientierung entsteht sonst ein Reparaturbetrieb, der an der Oberfläche bleibt und die Probleme wiederkehren lässt.



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