Zeitdruck und Reflexion

Der Spruch ist schon legendär: „Ich habe keine Zeit, meine Säge zu schärfen“ spricht der Holzarbeiter voller Schweiß beim Arbeiten mit stumpfem Werkzeug. Der operativer (Ergebnis-)Druck, der heutzutage fast überall herrscht, macht es schwer, sich Zeit für Grundsätzliches zu nehmen und z.B. Leitprozesse und deren korrespondierenden Strukturen zu reflektieren. Darum ist es leichter gesagt als getan, sich „mal …

Entscheidungsvorlagen

Will ein Team dafür sorgen, dass Problem- und Interessenlagen gleichermassen in Meetings bearbeitet werden, müssen auch beide Foki in den präsentierten Entscheidungsvorlagen vorkommen. Das ist nicht üblich und selbstverständlich. Oft sind in Präsentationen nur die Problemaspekte eines Themas sachlich aufgelistet (und dies auch häufig sehr einseitig zugunsten der präfertierten Variante). Eine systematische „Offenlegungspflicht“ zu Interessen von anderen Teammitgliedern, …

Meetinggestaltung

Eine wesentliche Arbeitsform von Teams sind Meetings. Deshalb kommt der Organisation, der Struktur und dem Ablauf von Meetings für den Leitprozess Zielbearbeitung eine besondere Bedeutung zu. Es ist hilfreich auf folgenden Punkte zu achten, um die Muster eines Teams zu erkennen bzw. um zu beobachten, wie es mit der Leitunterscheidung Problem versus Interesse umgeht: Zustandekommen der …

Intelligent oder sozial?

Die Frage, ob Führungskräfte und Teams im Ganzen einen hohen Intelligenzquotienten auf der kognitiven Ebene oder emotionalen Ebene brauchen, um gute Leistungen zu erbringen, erübrigt sich angesichts des Leitprozesses Zielbearbeitung. Man braucht beides, um richtige und sachgerechte Lösungen oder Ergebnisse in der Organisation durchzusetzen und akzeptabel zu machen. Oft wird suggeriert, dass nicht die Ziele, sondern …

Zielkommunikation

Die Art und Weise wie über Ziele kommuniziert wird, ist einer der wichtigsten Vorgänge in Teams. Die Funktion des Teamziels ist Fokussierung von Handlungen und Absichten. Systemtheoretisch ist Stabilität immer ein zirkulärer, dynamischer Prozess, nie eine einmalige Aktion. Zielkommunikation kann und darf daher – jedenfalls in komplexeren Arbeitsumgebungen – nicht die Form von Instruktionen haben. Der Satz …

Zielklarheit

„Das ist doch klar, woraufhin wir hier arbeiten!“, sagt der Teamleiter zum Coach. Dabei ist es naiv oder auch sorglos, zu glauben, dass ein aufgeschriebenes oder ausgesprochenes Ziel automatisch klar ist. „Klar“ wird leicht mit „definiert“ verwechselt. In sozialen Systemen lässt sich jedoch nichts definieren, da man keine identische Datensätze in biologische Festplatten kopieren kann und …

Ziel und Ziele

Selbstverständlich haben die wenigsten Teams nur ein Ziel. Die meisten haben einen Zielpool (den Begriff verdanken wir E. Stahl) aus dem heraus auch verschiedene Aufgaben erwachsen. Im Hinblick auf die Stabilität des Teams und seiner Fähigkeit Entscheidungskonflikte konsistent zu bearbeiten, ist es jedoch unabdingbar Einigkeit darüber herzustellen, was das primäre Ziel des Teams ist, dem sich im Zweifel alles …

Dominanz des Teamleiters

Auch wenn man Teams auf die Muster ihrer Leitprozesse hin beobachtet, spielen – wie in anderen Theorien auch – die formalen Rollen in Teams eine wesentliche Rolle. Im Hinblick auf den Leitprozess Teamreflexion und der Rolle des oder der formalen Teamleiters/in gibt es ein Kriterium, welches dabei von hoher Bedeutung ist: Reflexion stellt immer das Bestehende potentiell in Frage. …

Schwache Signale

Achtsamkeit für schwache Signale ist eine der Kernkompetenzen im Umgang mit Umweltveränderungen. Wahrzunehmen, wo sich in der Umwelt früh Veränderungen andeuten und subtil wahrnehmbar werden, ist nicht einfach, weil Wahrnehmung auf Bestätigung ausgelegt ist. D.h. man erkennt leicht das, was man schon kennt und fokussiert darauf, weil man dann „weiß“ und sicher ist. Will man also …

Reflexionsformen

Die Formen, die sich ein Team geben kann, um seine Leitprozesse zu reflektieren, müssen ihrerseits entschieden werden. Zeitdimension: Soll es regelmässig oder bei bestimmten Anlässen geschehen? Soll es länger am Stück sein (Workshop) oder am Ende jedes Meetings? Wie viel Zeit wird welchem Punkt zugemessen? Sozialdimension: Wer wird am Zustandekommen einer Reflexionsliste beteiligt? Wer kann Themen verhindern …