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Ziel und Ziele

Selbstverständlich haben die wenigsten Teams nur ein Ziel. Die meisten haben einen Zielpool (den Begriff verdanken wir E. Stahl) aus dem heraus auch verschiedene Aufgaben erwachsen. Im Hinblick auf die Stabilität des Teams und seiner Fähigkeit Entscheidungskonflikte konsistent zu bearbeiten, ist es jedoch unabdingbar Einigkeit darüber herzustellen, was das primäre Ziel des Teams ist, dem sich im Zweifel alles andere unterzuordnen hat. Bestehen mehrere Ziel gewissermassen gleichrangig, ist es für ein Team letztlich nicht mehr möglich konsistent zu entscheiden, da die einen so und die anderen so handeln.

In Teamberatungen kann man immer wieder feststellen, dass Dauerkonflikte oder permanente Zielverfehlungen mit unterschiedlichen Zielen oder Zielinterpretationen der Teammitglieder einhergehen. Oft ist dieser Befund dem Team gar nicht bewusst. Gibt es ein offizielles gemeinschaftliches primäres Ziel, dann verhindert dies natürlich nicht, dass im Team verdeckt einzelne oder mehrere Personen eigene Ziele (zusätzlich) verfolgen: Etwa dann, wenn jemand das Ziel hat sich möglichst hervorzutun, um eine Beförderung wahrscheinlicher zu machen oder jemandem anderen zu beweisen, dass es das Team „drauf“ hat.

In Teamentwicklungen drehen sich die Prozesse deshalb auch darum, sich um ein Ziel so zu scharen, dass auch Nebenziele möglich bleiben. Ein übereuphorisiertes „Go for it!“, welches häufig als Ideal angesehen wird, ist im Hinblick auf den Leitprozess Zielsetzung daher einerseits sinnvoll und andererseits problematisch, weil es die Komplexität der Umwelten und den daraus gespeisten Konflikten zu ignorieren droht und den Mitgliedern auf Dauer zu wenig Spielraum lässt, eigene Motivationen als legitim anzusehen.

 



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