Reflexionsroutinen

Mit Reflexionsroutinen bezeichnen wir hier die informellen Muster dessen, wann und aus welchen Anlässen heraus in einem Team die Kommunikation auf die Reflexionsebene wechselt. Gerade hierin unterscheiden sich Teams gewaltig: In dem einen Team ist es vollkommen unauffällig, wenn der Chef ein Teammitglied im Meeting niederkanzelt, im anderen Team wird er sofort von anderen Teammitgliedern …

Unreflektiert belassen

Die Option etwas unreflektiert zu belassen, ist für ein Team schon deshalb überlebenswichtig, weil man sonst nicht mehr zum Arbeiten käme. Reflexion kann sich jedes System, auch ein Team, nur punktuell leisten, da es sonst mit seiner Binnenkomplexität überfordert wäre. Unreflektiert kann daher im Prinzip alles bleiben, was den Erhalt des Teams gewährleistet und seiner …

Reflektieren

Es kann sich nur dann gezielt an einem Entscheidungsmuster (jedweder Art) etwas ändern, wenn das, was im Entscheidungsmuster ausgeschlossen wurde, als denkbare Wahlmöglichkeit im System wieder eingeführt wird: „Könnte es nicht ganz anders sein?“ Reflektieren nennen wir hier den Prozess, wenn sich ein Team einerseits damit gezielt beschäftigt, was es bislang vernachlässigt hat, als irrelevant angesehen hat, für unerwünscht gehalten hat, …

Kompetent oder nett?

Jedes Team muss entscheiden, was es sanktioniert oder bestätigt. Es muss außerdem den Fokus und die Bezugsnorm wählen, die für die Entscheidung relevant ist. Ein dabei immer wieder auftretender Zielkonflikt ist der zwischen Fachkompetenz und Zugehörigkeitskomptenz. Zugespitzt formuliert: Es gibt Fälle, da ist jemand fachlich der Hit und als Gruppenmitglied ein Ausfall oder jemand ist der …

Projektteams

Projektteams haben zwei besondere Herausforderungen im Hinblick auf den Leitprozess Teamgrenze: Projektteams wissen von vornherein, dass es sie nur auf Zeit gibt. Ein Ende steht fest. Dadurch lassen sich manche Mitglieder von vornherein nicht auf eine engere Zugehörigkeit ein. Andere dürfen quasi nicht zu wichtig werden. Viele Mitglieder haben Doppelloyalitäten, weil sie zeitgleich anderen Teams angehören und sich …

Erschwernisse der Exklusion

Der Exklusionsprozess – Kündigung, Versetzung, Austritt o.a. – aus einem Team kann auf vielfältige Weise erschwert sein. Es bedeutet immer, dass ein Team sich entscheiden muss, ob es sich mit einer schwachen und potentiell dysfunktionalen Exklusion zufrieden gibt oder ob es (zusätzliche) Kompetenzen aufbaut, um mit der bestehenden Lage kunstvoll umzugehen. Die häufigsten und wichtigsten Hürden …

Erschwernisse der Inklusion

Der Inklusionsprozess in ein Team kann auf vielfältige Weise erschwert sein. Das bedeutet immer, dass ein Team sich entscheiden muss, ob es sich mit einer schwachen und potentiell dysfunktionalen Inklusion zufrieden gibt oder es (zusätzliche) Kompetenzen aufbaut, um mit der bestehenden Lage kunstvoll umzugehen. Die häufigsten und wichtigsten Hürden sind folgende: Die Organisation hat entschieden: …

Asymmetrische Affektlage

Vielleicht ist es ein Erbe der Evolution, dass man als Einzelgänger häufig geringere Überlebenschancen hat(te): Der Ausschluss aus einer Gruppe, die Kündigung einer Mitgliedschaft ist meist mit schlechten Gefühlen gekoppelt, selbst dann, wenn man selbst gar nicht mehr dazugehören möchte. Umgekehrt – das Angebot irgendwo dazugehören zu wollen, wird bisweilen auch als angenehm oder schmeichelnd …

Mitgliedschaft im Team

Im Team gehört man dazu, wenn man Mitglied des Teams ist. Dieser vermeintlich so triviale Satz hat weitreichende Implikationen. Es ist nie der Mensch als Mensch „Teil“ des Teams, auch wenn solche Erwartungen auf Seiten der Menschen häufig im Spiel sind. Sie sehen im Team so etwas wie eine Familie, also etwas, das auf Dauer …

Exkludieren

Ein Team muss inkludieren und exkludieren, so wie ein Mensch ein- und ausatmen muss. Exkludieren besteht nun interessanterweise aus zwei Vorgängen, die einander bedingen: Damit ein Team als Team ein Mitglied exkludiert, muss es gekündigt oder versetzt werden. Ob und auf welche Weise die Teammitglieder an diesem Entscheidungsprozess teilhaben, wie transparent die Gründe der Organisation sind, …