Organisationsdynamik

Unter Organisationsdynamik verstehen wir den sich organisierenden Prozess, der sich entfaltet, wenn ein soziales System Gruppengröße übersteigt. Eine Organisation ist kein Ding, nichts Vorliegendes, sondern ein Vorgang, der aus Kommunikation (nicht aus Betriebsgebäuden oder Menschen) besteht. Dieses zunächst merkwürdig anmutende Konzept zu Organisationen ist für Beratung und Management jedoch ausgesprochen leistungsfähig. Es ermöglicht ein Verständnis, …

Paradoxie

Das Denken in Paradoxien nimmt in diesem systemtheoretischen Beratungsansatz eine zentrale Stellung ein. Was ist damit gemeint? Ein Beispiel: Kann der allmächtige Gott einen Stein erschaffen, der so schwer ist, dass er ihn nicht hoch heben kann? Diese Frage eines Theologen aus dem Mittelalter illustriert das Problem. In dem Moment, in dem das Ende auf …

Ersatzbedürfnisstrategien

Das mangelnde Auseinanderhalten von Bedürfnissen und Ersatzbedürfnissen ist einer der häufigsten Fehler, die in der Beratungsliteratur zu beobachten sind. Ein Beispiel: „Ich möchte erfolgreicher, sicherer, beliebter etc. werden“. Bei allem was Menschen wollen, gilt es zu untersuchen, welche Funktion etwas hat. Ersatzbedürfnisse kennzeichnen sich dadurch, dass sie etwas vermeiden. Wer Angst vor Nähe hat, sucht …

Bedürfnis und Kontakt

Nachts um halb drei: „Ich will aber spielen!“. Die Herausforderung im Umgang mit Kindern ist, dass sie erst lernen müssen, dass für die Regulation von Bedürfnissen auch die Lage der anderen zu berücksichtigen ist. Als Erwachsener wird es jedoch ohne Kontakt und ohne Empathie schwer, Gegenüber zu finden, die auf Dauer auf die eigenen Wünsche …

Aufbau von Frustrationstoleranz

Ohne Frustrationskompetenz werden Bedürfnisse zum inneren Terrorregime und man wäre Sklave seiner Wünsche. Eine reife Bedürfnisregulation besteht ganz wesentlich darin, gut auf die Befriedigung (nicht das Erleben!) von Bedürfnissen verzichten zu können. Anders formuliert: Das Wahrnehmen und Erleben eines Bedürfnisses darf nicht an seine aktuelle Befriedigungsmöglichkeit geknüpft sein. Sonst müsste man ja immer genau kontrollieren, …

Erregungslevel und Mobilisierung

„Ja …, eigentlich möchte ich schon…“. In der Bearbeitung der Bedürfnisregulation spielt es eine große Rolle, wie viel Kraft, wie viel Eindeutigkeit, wie viel innere Erregung, wie viel organismische Mobilisierung „hinter“ das Bedürfnis gesetzt wird. Kleine Kinder tun das meist ganz selbstverständlich: „Ich möchte ein Eis!“, „Nein“, „Ich will aber!“, „Nein, nicht vor dem Essen!“, …

Unterbrechung der Bedürfniswahrnehmung

Ist die innere Dynamik eines Menschen davon geprägt, dass ein (oder mehrere) Bedürfnisse fest mit einem unangenehmen Affekt gekoppelt sind, dann erschließt es sich ein Stück von selbst, dass in dem Moment, in dem das Bedürfnis wieder wahrgenommen wird, eine Wahrscheinlichkeit besteht, dass es „weggemacht“ wird. Wer süß und bitter zusammen einnimmt, wird der Vermeidung …

Automatisiertes Verhalten

Je automatisierter Klienten mit bestimmten Verhaltens- oder Erlebnisweisen reagieren („Da musste ich einfach …!“) desto wichtiger ist es, beratungstechnisch zu helfen, diese Automatismen als Ergebnis unbewusster Schemata ansehen zu können. Klienten können sich von solchen Reaktionsgewohnheiten oft erst lösen, wenn sie verstehen, wie sie sie sich angeeignet haben. Wer mit einem Verhalten ganz identifiziert ist …

Psychologische Erklärungen

Es gibt Beratungsformen, die darauf verzichten, dem Klienten etwas zu erklären. Wir halten das für falsch. Wer sich selbst versteht, wird autonomer und kann mehr Selbstunterstützung entwickeln. Man muss den Klienten nicht alles selbst herausfinden lassen. Man darf und soll Hypothesen, Erklärungen, Erläuterungen, Berichte von anderen Klienten, psychologische Therorie u.a.m. in den Beratungsdialog einbringen, solange …

Reflektierendes Verarbeiten

„Was hast du da gerade erlebt?“. Das pure Erleben ist genauso wenig ausreichend für Veränderungsprozesse, wie das pure Verstehen. Wenn der Klient in der Beratung emotional neue Erfahrungen macht (z.B. in einem Experiment), dann ist es wichtig mit ihm diese Erfahrung reflektierend aufzuarbeiten und einzuordnen. Wenn ihm die Erlebnisse nicht plausibel werden, werden sie nicht …