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Automatisiertes Verhalten

Je automatisierter Klienten mit bestimmten Verhaltens- oder Erlebnisweisen reagieren („Da musste ich einfach …!“) desto wichtiger ist es, beratungstechnisch zu helfen, diese Automatismen als Ergebnis unbewusster Schemata ansehen zu können. Klienten können sich von solchen Reaktionsgewohnheiten oft erst lösen, wenn sie verstehen, wie sie sie sich angeeignet haben. Wer mit einem Verhalten ganz identifiziert ist („Da hat er einfach einen Anschiss verdient und den durfte er sich dann auch abholen!“), der sieht erst einmal keinen Grund daran etwas zu verändern. Meist werden solche Probleme in Beratung eher eingebracht, weil Partner, Kollegen oder Mitarbeiter und Kinder damit ihre liebe Not haben.

Solange das Verstehen des Klienten ihm eine Plausibilität liefert (Regeln, Normen, Werte), ist für ihn selbst ja alles in Ordnung. Der Klient muss verstehen, warum es für andere unplausibel ist, dass er ohne Nachdenken mit Wut, Empörung, Rückzug, Beziehungsabruch, Vorwürfen, Angst, Scham oder Schuld reagiert. Das gelingt bisweilen dann, wenn er erkennen kann, dass solche Schemata erworben wurden und nicht Persönlichkeitsmerkmal sind. Deshalb macht es Sinn, wenn der Berater dazu Hypothesen einbringt, die dem Klienten helfen, eine Ahnung davon zu bekommen, dass er selbst einmal unter ähnlichen Verhaltensweisen wie den seinen gelitten hat. Aus Opfern werden oft leider Täter.



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