Der empathische Berater

Empathie kann man nicht machen, man kann sie nur leben und ausstrahlen. Berater müssen Menschen mögen und das Talent entfaltet haben, sich die Innenwelten von teils von ihnen sehr unterschiedlichen Menschen gedanklich und emotional zu erschließen. Die Welt anderer Menschen  (unbewusst) mit der eigenen gleich zu setzen („Also an Ihrer Stelle hätte ich das so …

Verneinende Interventionen

Akzeptanz auf Seiten des Beraters bedeutet, dass er eine Orientierung hat, wann er mit Bejahen und wann mit Verneinen reagiert. Mit Verneinen (als der zweiten Seite der Akzeptanz!) reagiert er auf alles, was dem Ziel der Beratung zuwiderläuft. Das macht er, um die Grundlage der Beratung zu sichern. Dafür braucht es zunächst einen klaren Beratungsvertrag, …

Bejahende Interventionen

Akzeptanz auf Seiten des Beraters bedeutet, dass er eine Orientierung hat, wann er mit Bejahen und wann er mit Verneinen reagiert: Zu bejahen ist all das, was den veränderungswirksamen – nicht den der Vermeidung dienenden – Zielen des Klienten dienlich ist. Das heißt dass der Berater eine erlaubende und nicht-urteilende Haltung gegenüber allen Repräsentanzen im …

Achtsamkeitsübungen

Die Tradition von Schulungs- und Übungswegen für die Wahrnehmung ist so alt, wie es Aufzeichnungen über Menschen gibt. Jahrhunderte alte Techniken aus Vipassana, Zen-Buddismus, christlicher Mystik, Yoga und modernere wie Sensory Awareness, Hakomi, Focusing, MBSR u.a. werden kultiviert, weil Selbstwahrnehmung wie Gehör oder Geschmack verfeinert wird, wenn sie (regelmäßig) geübt wird. In Beratungsprozessen lohnt es …

Körperliche Symptomatiken

Eine (indirekte und unbewusste) Form sich auszudrücken, können auch körperliche Symptome sein. Dieser Zusammenhang ist allerdings mit Vorsicht zu handhaben. Kurzschlussmässige und monokausale Verknüpfungen (z. B. „Diese Krankheit bedeutet diese oder jene seelische Thematik!“) sind eher eine anmaßende und dysfunktionale Diagnostik auf Beraterseite als eine hilfreiche Unterstützung für den Klienten. Trotzdem geschieht genau dies häufig. …

Fehlender Selbstausdruck

Wenn sich beobachten lässt, dass ein Klient gewohnheitsmäßig – also unabhängig von einer bestimmten Situation – einen (oder mehrere) Affekte nicht ausdrückt, dann kann dies ein Anlass für Neugier auf Seiten des Beraters sein. „Wie kommt es, dass ich Sie nie lachen sehe?“, „Sie wirken nie gelöst und frei auf mich, was hat es damit …

Atmung

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt des Ausdrucksverhaltens ist die Art und Weise der Atmung. Atmung ist gewissermaßen der Treibstoff des Selbstausdrucks. („Da halt ich doch lieber mal die Luft an!“ oder „Erstmal tief Luft holen und dann…!“). Eingeschränkte (nur oberhalb des Zwerchfells), gehemmte (Reduktions des Atemvolumens), gepresste (Eingriff in den Atemfluss) oder angehaltene Atmungen (Unterbinden …

Ausdrucksexperimente

Eine Möglichkeit den Selbstausdruck herauszufordern besteht darin, auf der körperlichen Ebene zu arbeiten. Hier bieten sich – je nach Beratungskontext und Klientenfeld – unterschiedliche Bündel von Möglichkeiten: Gesten und körperliche Aktionen wie Aufstehen, Tanzen, Singen, Töne machen, Brüllen, Kraft ausüben, Gongs schlagen etc.. Das mag sich für Leser, die so etwas nicht erlebt haben, merkwürdig …

Projektive Techniken

Eine etwas speziellere Form des spielerischen Sich-Zeigens ist die Arbeit mit projektiven Techniken. Der Klient bringt sich nicht mit sprachlichen Mitteilungen und Informationen zum Ausdruck, sondern mit „Materialien“: Zeichnen, mit Figuren soziale oder innere Kontexte nachstellen,  Identifikationsfiguren aus Stoffpuppen, Spielzeugtieren, symbolischen Figuren oder Fotos wählen etc.. All das bietet Möglichkeiten, dass der Klient mehr von …

Spielen

Wer spielt, ist selbstvergessen. Genau deshalb sind „Schnappschüsse“ von spielenden Kindern oft so voller Ausdruckskraft: Zeigen sie sich doch in solchen Momenten sehr deutlich einen bestimmten Aspekt ihrer Persönlichkeit (z.B. besonders achtsam, freudig, wild, ehrgeizig, lebensfroh, unbefangen, schüchtern oder neugierig). Das lässt sich beratungstechnisch nutzen, indem man Situationen schafft, die spielerisch bewältigt werden müssen. Bei Einzelberatungen …