Asymmetrie von Vertrauen

Vertrauen ist eine sehr asymmetrische Angelegenheit. Braucht es mitunter lange und sehr lange bis es erworben wurde, kann es mit einem Schlag zerstört sein! Dies macht den Umgang mit Vertrauen so anspruchsvoll. Vertrauen kann und muss man sich verdienen. Aber wie? Es entsteht über den Umgang mit Erwartungen. Auf der Ebene des persönlichen Vertrauens erscheint jemand dann …

Unbegründbarkeit von Vertrauen

Kann man Vertrauen begründen? Leider nein. Was immer man an Argumenten, Erfahrungen und Belegen hat – letztlich kann das alles nichts wert sein. 30 Jahre Treue und dann doch…! Wer vertraut, riskiert enttäuscht zu werden. Luhmann sagt, dass man nachgerade daran erkennen kann, dass man vertraut hat, wenn man die Entscheidung bereuen könnte. Vertrauen ist …

Verlust von Vertrautheit

Der Begriff Vertrautheit wurde von N. Luhmann benutzt, um den Zustand eines sozialen Systems zu beschreiben, das sich in einer bekannten Welt befindet. Solche Welten zeichnen sich dadurch aus, dass die Zukunft stark der Vergangenheit ähnelt (wenig Neues), die Fluktuation der Kommunikationspartner gering ist (man weiß, mit wem man zu tun hat) und die Komplexität der …

Vertrauen und Regeln

Vertrauen und Regeln hängen für Organisationen in interessanter Weise zusammen. Die Leitprozesse Sozialkomplexität und Gegenwartsbehandlung wirken gleichzeitig aufeinander ein. Wer vertraut, geht davon aus, dass der andere sich an (verabredete) Regeln hält und dass man, sollten Ausnahmen nötig sein, man diese mittragen würde (auch wenn man nichts oder erst im Nachgang davon weiß). Vertrauen schafft …

Psychische Unberechenbarkeit

Soziale Komplexität entsteht dadurch, dass Menschen unberechenbar sind. Sobald man mit Menschen zu tun hat, kann alles von jetzt auf gleich ganz anders sein, als man das erwartet. Daher zeichnen sich gesellschaftlicher Strukturen immer auch dadurch aus, dass sie versuchen, sich gegen überraschende und ungünstige Verhaltensweisen Einzelner abzusichern: Freund-Feind-Schemata, Familien-/Clanloyalitätspflichten, Normen, Strafen, Ausschlüsse, Verträge, Versprechen, Schwüre und Eide, Recht …

Vertrauen in Kontrolle

Organisationen sind darauf angewiesen, dass man ihnen vertrauen kann. Wenn es üblich wäre zu sagen: „Lieber Finanzbeamter, ich möchte erst einmal prüfen, ob Sie überhaupt kompetent sind!“, würde die Steuerprüfung zusammenbrechen. Da man davon ausgeht, dass die Prüfungen zum Steuerfachmann funktionieren, spart man sich die eigene Kontrolle (was ohne eigenes Fachwissen ohnehin recht aufwändig wäre) …

Kontrolle von Vertrauen

Wo und wobei auch immer eine Organisation vertrauend operiert, braucht es (auch) eine Kontrolle dieses Vertrauens. Anderenfalls wird Vertrauen blind: Dort wo das Vertrauen investiert wird, wäre es risikolos es zu nutzen oder zu missbrauchen (man stelle sich vor es gäbe nie Geschwindigkeitskontrollen, Dopingtests oder Steuerprüfungen…). Daher kommt der Form, in der das Vertrauensrisiko kontrollierend bearbeitet …

Kontrolle und Psyche

Kontrolle ist in Organisationen zunächst ’nur‘ eine Form der Bearbeitung sozialer Komplexität. Auf der psychischen Ebene der Vorgesetzten und Mitarbeiter ist Kontrolle jedoch meist auch gekoppelt an Affekte. Hier sind vier Varianten im Hinblick auf dysfunktionale Folgen besonders bedeutsam: Häufig wird Kontrolle mit Misstrauen gekoppelt. Hierbei ist es nun relevant, ob dies einem spezifischen Verhalten (etwa Arbeitsqualität), einer Eigenschaft …

Vertrauen in Systeme

Luhmann beschreibt sehr genau, dass sich Organisationen nicht über persönliches Vertrauen, also Vertrauen zwischen Personen, bilden können. Das funktioniert in Teams und Familien, darum sind dort Vertrauenseinbußen oder ein besonders ausgeprägtes Vertrauensklima auch besonders auswirkungsreich. Nicht zuletzt deshalb unterscheiden sich Organisationen und Teams bzw. kleine Unternehmen so stark voneinander. Bei Organisationen müssen die Mitglieder in das …

Selbststabilisierung sozialer Komplexität

Zu allen Leitprozessen bilden sich Muster aus, um die jeweiligen Systeme zu entlasten. Im Hinblick auf Vertrauen und Kontrolle imponiert, dass sich diese Muster häufig besonders schnell und besonders stabil in Organisationen bilden. Vertrauen ruft Vertrauen, Kontrolle ruft Gegenkontrolle hervor. Letzteres hat Luhmann so formuliert: Überwachung der Untergebenen wird mit Unterwachung des Vorgesetzten beantwortet. Und man ahnt …