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Kontrolle von Vertrauen

Wo und wobei auch immer eine Organisation vertrauend operiert, braucht es (auch) eine Kontrolle dieses Vertrauens. Anderenfalls wird Vertrauen blind: Dort wo das Vertrauen investiert wird, wäre es risikolos es zu nutzen oder zu missbrauchen (man stelle sich vor es gäbe nie Geschwindigkeitskontrollen, Dopingtests oder Steuerprüfungen…).

Daher kommt der Form, in der das Vertrauensrisiko kontrollierend bearbeitet wird, große Bedeutung zu. Jede mögliche Form (Stichproben, turnusmäßige Reviews, unangekündigte Überprüfungen, soziale Überwachung, Whistleblowing-Stellen, um nur einige Varianten zu nennen) birgt Folgeprobleme. Leider beschäftigen sich viele Organisationen nicht explizit und reflektiert damit, welches Vertrauen und welche Form der Kontrolle desselben zur Organisation, dem betroffenen Prozess und den beteiligten Personen passen. Gerade letzteres ist bedeutsam, da Personen sehr unterschiedlich auf Vertrauenskontrollen (konstruktiv wie destruktiv) reagieren und Entscheidungen hier mit Bedacht getroffen werden sollten.

In Arbeitsbeziehungen wird meist weniger kontrolliert, ob die Informationen und Berichte stimmen – das wäre zu aufwändig -, sondern mehr, ob man dem Berichterstatter vertraut. Vertrauensbrüche sind deswegen in Organisationen kein „privates“ Beziehungsproblem, sondern ein organisational relevantes Phänomen, das so gut wie immer dysfunktional ist.