Zukünftige Gegenwart

Die Zukunft ist meist anders als man denkt. Die zukünftige (= eintretende) Gegenwart unterscheidet sich von der gegenwärtigen (= erwarteten) Zukunft. Dieser Unterschied ist für die Regulation von zeitlichen Systemen elementar. Verwechselt ein System seine eigenen Zukunftserwartungen und -pläne mit der real eintretenden Zukunft, wird es blind für das, was kommt und sieht stattdessen, was …

Zukünftige Vergangenheit

Eine merkwürdige Verknüpfung scheint der Zeitmodus ‚zukünftige Vergangenheit‘ zu sein. Etwas, das keine Aktualität in der Gegenwart (des beobachtenden Systems) habt und in Zukunft aber relevant wird – was könnte das sein? Ein einfaches Beispiel dafür ist Kapitalbildung: Man verzichtet in der Gegenwart auf den Konsum (=Aktualisierung) vorhandener Mittel und legt sie beiseite (=Potentialschaffung). So bildet …

Gegenwärtige Zukunft

Kaum ein Modus der Zeit beschäftigt in der aktuellen Welt Personen, Teams und Organisationen so sehr wie die gegenwärtige Zukunft: Dazu gehören Ziele, Pläne, Visionen, Strategien, Fortschritt u.a.m.! Die gegenwärtigen Vorstellungen einer (attraktiven) Zukunft sind Teil jeder Gegenwart. Ähnlich wie bei der gegenwärtigen Vergangenheit ist das, was attraktiv erscheint, sehr wandlungsfähig. Außerdem ist es vor …

Gegenwärtige Gegenwart

Alles, was geschieht, geschieht zum ersten und letzten Mal. Das allein könnte schon Anlass genug sein, dem Thema Achtsamkeit und Gewahrsein, Bedeutsamkeit zu schenken. Das Leben im Hier und Jetzt ist für psychische Systeme ein fast schon sprichwörtlich gewordener Aspekt der Paradoxie der Zeit. Aber auch Teams und Organisationen tun gut daran, zu prüfen, ob …

Gegenwärtige Vergangenheit

Wenn man schon einmal erlebt hat, wie vier Zeugen eines Unfalls den Hergang auf vier unterschiedliche und kaum vereinbare Weisen schildern, weiß man, dass die Vergangenheit nicht feststeht. Aber auch innerhalb einer Person ist das zu beobachten: Wer kennt es nicht, dass er ein und dasselbe Lebensereignis zu unterschiedlichen Zeitpunkten (= zu unterschiedlichen Gegenwarten) sehr unterschiedlich …

Vergangene Zukunft

Denkt man quantentheoretisch, ist die simpelste Form die Zukunft zu schematisieren die Frage: „Welcher von zwei möglichen Zuständen wird eintreten?“. Klar ist, dass einer eintritt, also Gegenwart wird und ein anderer nicht eintritt, obwohl er möglich war. Es „gibt“ also Zukünfte, die nie Gegenwart werden: versäumte, verworfene, übersehene, vermiedene, verhinderte, entgangene, entzogene, unbekannte und zufällig nie …

Vergangene Gegenwart

Jede aktuelle Gegenwart baut auf vergangenen, gewesenen Gegenwarten auf: Nichts beginnt bei Null. Jeder Mensch, jedes Team und jede Organisation ist durch seine Geschichte begrenzt. Ein Studium oder eine Ehe lassen sich genausowenig ungeschehen machen, wie die Kompetenzen oder das soziale Klima eines Teams einfach von gestern auf heute ausgetauscht werden können oder eine bestehende …

Vergangene Vergangenheit

Man stelle sich nur für einen Moment vor, dass man sich an alles erinnern würde, was je gewesen ist und was man erlebt hat. Wirklich alles, jedes Detail, jeden Satz, jeden Gedanken! Spätestens dann weiß man, wie wichtig die vergangene Vergangenheit ist: Vieles was war, kommt nie wieder! Vergessen-können und Verschwinden-lassen ist eine Notwendigkeit für …

Defensive Routinen

Der Begriff ‚Defensive Routinen‘ stammt von Chris Agyris. Er bündelte damit vielfältige Beobachtungen in Organisationen, wie für die Aufrechterhaltung des Bestehenden gesorgt wird. Dabei bezieht sich der Begriff einerseits auf Psychodynamik, da er die Gründe für abwehrendes Verhalten darin sieht, dass einzelne Personen Gesichtsverlust fürchten und diesen meiden wollen bzw. nicht als „schwach“ wahrgenommen werden …

Cage – Zitat

„Kein einziger Klang fürchtet die Stille, die ihn auslöscht. Und es gibt keine Stille, die nicht mit Klang geladen ist.“ John Cage, 45′ für einen Sprecher. Silence, S. 78.