Rationalität und Eindeutigkeit

Rationalität basiert auf der Annahme, dass die Welt eindeutig ist: 2+2 = 4. Mathematik ist sowohl sachlich (2+2 ist nicht 4 und 4,2) als auch sozial (2+2 ist nicht für den einen 3 und für den anderen 5) sowie zeitlich eindeutig (2+2 ist nicht heute 3 und morgen 5). Daher ist die naturwissenschaftliche Welt der Teil der Welt, …

Rationalität und Unerwartetes

Wer rational vorgeht, rechnet mit bekannten Größen. Sonst hat er keine Grundlage für Rechnungen. Bekanntheit setzt Vergangenheit voraus, da einem die Zukunft nicht bekannt sein kann! Daher rechnen rationale Vorgehensweisen mit Vergangenheit und setzen damit voraus, dass die Zeit hinreichend stabil ist und dies sinnvoll ist. Denn nur wenn die Zukunft der Vergangenheit gleicht, ist …

Rationalität und Verengung

Rationales Vorgehen setzt sich (attraktive) Ziele. Das führt sofort zu einer Verengung der Wahrnehmung, der Resonanzbereitschaft und der Aktivitäten in Richtung des Ziels. Der problematische Aspekte daran – und nur um diesen geht es an der Stelle – ist, dass die Umwelt ist immer viel- und mehrdeutig ist. Bestehen nun Ziele, mit denen ein System stark identifiziert …

Entscheidungsprämisse: Organisationskultur

Gibt es so etwas in Organisationen, was nie entschieden wurde und dennoch wirksam ist?  N.Luhmann gab diesem Phänomen (in Anschluss an E. Schein) den Namen Organisationskultur. Dies war für ihn das Sammelbecken für alle jenes in Organisationen, was nicht fassbar, nicht direkt steuerbar, nicht direkt adressierbar ist. Wirksam ist es, weil es „ungeschriebene“ und „ungesprochene“ …

Entscheidungsprämisse: Personal

Personal ist in Luhmanns Organisationstheorie eine der vier Entscheidungsprämissen. Damit gab Luhmann der Person im Kommunikationsmuster von Organisationen seinen theoretischen Ort. Mit Person ist hier nicht der leibhaftige Mensch gemeint, sondern zum einen die Erwartungen, die ein Mensch im sozialen Kontext repräsentiert („Der Opa bringt mir immer was mit“) und zum zweiten, ist Person der …

Entscheidungsprämisse: Kommunikationswege

In allen Organisationen ist geregelt wer wann mit wem worüber offiziell redet, reden darf oder nicht reden darf. Es würde zumeist erstaunen, wenn der Pförtner einfach mal so in der Vorstandssitzung Platz nimmt. Kommunikationswege – so der Begriff Luhmanns – sind also das, was in Organisationen Hierarchie, Meetings, Abteilungen, Gremien, Berichtslinien usw. genannt wird. Warum …

Entscheidungsprämisse: Programme

Luhmanns Entscheidungsprämisse ‚Programme‘ lässt sich den Leitprozessen ‚Gegenwartsbehandlung‘, ‚Entscheidungsorientierung‘ und ‚Vernetzung‘ zuordnen. Mit dem Wort ‚Programm‘ meint Luhmann zweierlei: Zum Ersten sind Regeln gemeint, die bestimmen, dass im Fall der Situation A die Reaktion/Handlung B (nicht) geschehen soll, also etwa: „Wenn der Kunde anruft, geht Stelleninhaber XY ans Telefon und nimmt in der Weise YZ …

Zeitmatrix

Eine zentrale Ausgangsprämisse dieser Metatheorie der Veränderung ist, dass sie nicht von der Eindeutigkeit und dem Geordnetsein der Welt ausgeht, sondern von der Notwendigkeit Unterschiede zu machen, um sinnvoll auf die Welt zu reagieren. Stabilität beruht darauf, dass alles auf sich selbst zurückwirkt und damit verwickelte, paradoxe, zirkuläre Prozesse entstehen. Das gilt nicht zuletzt für …

Peter Kruse

Der leider viel zu früh verstorbene Systemtheoretiker Peter Kruse hat in Deutschland wesentlich dazu beigetragen, dass Denken und Handeln in nicht-linearkausalen Zusammenhängen auch in Organisationen bekannt und respektiert wurde. Seine Forschungen zu den Bedingungen unter denen sich ein Prozessmusterwechsel ereignen kann, haben viel zum Verständnis beigetragen, warum soziale Systeme so selbststabilisierend sind und sich oft …

Zukünftige Zukunft

Das Wollen von morgen kann man nicht wollen! Welche Zukunft morgen attraktiv erscheint, welche Bedürfnisse, welche Optionen, welche Pläne relevant werden, kann nicht vorherbestimmt oder auch nur geplant werden. Das ist mit der Verschränkung zukünftige Zukunft gemeint. Auch dieser Zeitmodus ist für Veränderungsprozesse höchst relevant, da sich sowohl Menschen als auch soziale Systeme durchaus aus …