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Gegenwärtige Gegenwart

Alles, was geschieht, geschieht zum ersten und letzten Mal.

Das allein könnte schon Anlass genug sein, dem Thema Achtsamkeit und Gewahrsein, Bedeutsamkeit zu schenken. Das Leben im Hier und Jetzt ist für psychische Systeme ein fast schon sprichwörtlich gewordener Aspekt der Paradoxie der Zeit. Aber auch Teams und Organisationen tun gut daran, zu prüfen, ob sie Zahlen, Daten, Meinungen und Vorurteile (= Vergangenheit) sowie Strategien, Visionen und Ziele (= Zukunft) einklammern können. Damit können sie frei werden zu sehen, welche einzigartige Chancen dieser eine Moment bietet. Die alten Griechen nannten den Gott der gegenwärtigen Gegenwart „Kairos„. Er imponiert durch seinen Frisur: Hat er doch nur einen kleinen Schopf am sonst kahlen Kopf, der sich vorn an der Stirn befindet. Man bekommt ihn also nur von vorn zu fassen. Geht er erst einmal vorbei, greift man am glatten Hinterkopf ins Leere…

Die emotionale wie kommunikative Kompetenz „Dinge in der Schwebe zu halten“ (Otto Scharmer) ist notwendig, um sich auf die jeweilige Gegenwart und der nur in ihr liegenden Chancen, Entscheidungsalternativen, Genussmöglichkeiten, Begegnungen, Einigkeiten und Flowsituationen einzulassen. „The mindful organisation“ (Karl Weick) ist das organisationstheoretische Pendant zu psychischer Präsenz.

Das Erkennen von Chancen und Gefahren der Gegenwart ist Überlebensbedingung für alle Systeme und im Zeitmodus der gegenwärtigen Gegenwart verankert.