Soziologische Prozesstheorien

Die soziologische Literatur, welche sich explizit mit Veränderung und organisationalen Prozessen beschäftigt, ist sehr zersplittert. Auch die Stichworte unter denen prozessurale Entwicklungen abgehandelt werden, sind vielfältig: Pfadabhänigigkeit, Musterunterbrechungen, Transformation, Rahmen-Analyse, Gleichgewichtstheorien, Sensemaking-Modelle, Organisationskultur, Strukturationstheorie, organisationales Lernen, Figurationstheorie, Interaktionismus – um nur einige zu nennen. Diese Begriffe liegen nicht auf der gleichen Ebene, wählen unterschiedlich Folie, …

Rational-Choice-Theorie

Eine Hauptströmung der Organisationswissenschaft ist die Rational-Choice-Theorie (D.C.North). Sie geht davon aus, dass menschliche Akteure in Organisationen Entscheidungen treffen, die auf feststehenden Alternativen gründen. Weiterhin ist die Annahmen diese Akteure haben ein klares Bild, welche Folgen ihre Entscheidung wahrscheinlich haben wird und dass sich die Akteure grundsätzlich für die Alternative entscheiden, die ihnen den größten …

Begrenzte Rationalität

Der Terminus „Begrenzte Rationalität“ ist verbunden mit dem Nobelpreisträger H.Simon. Seine Forschungsergebnisse über das Entscheidungsverhalten von Managern im Alltag, haben die theoretisch Annahme eines Teils der Wirtschaftswissenschaften, dass Entscheidungsträger auf der Grundlage „vollständigen“ Wissens handeln, als unsinnig erwiesen. Stattdessen werden Entscheidungen getroffen, wenn sie es hinreichende Gründe gibt, die für eine der im Spiel befindlichen …

Der Entscheider

Welche Folgen hat es für Organisationen, wenn man – siehe Hierarchie und Entscheidung – Entscheidungen einer Person zuschreibt oder (besser) zumutet? Denn jede Person ist mit organisationalen Entscheidungen überfordert. Niemand kann überblicken, was in „seine“ Entscheidung einfließt (und was nicht), was andere im gleichen Moment entscheiden und welche Auswirkung dies hat. Wird trotzdem „so getan“ …

Karriereentwicklung

Karrieren entwickeln sich. Sie schreiben eine Geschichte, sind also nicht planbar und sind daher für metatheoretische Überlegungen zur Organisationsdynamik besonders interessant. Schaut man genau hin, wird Karriere in allen drei Sinndimensionen gestaltet und reguliert. In der Sachdimension konkurrieren Karrieren um knappe Stellen. Je höher die Hierarchie, desto knapper werden sie. Der Zugang zu Stellen ist …

Motivation und Mitgliedschaft

Wie schaffen es Organisationen Menschen zur Mitgliedschaft zu bewegen? Der metatheoretische Anknüpfungspunkt ist, wenn es um psychische Motivation geht, immer die Bedürfnisregulation: Menschen tun etwas, weil Bedürfnisse befriedigt werden können oder weil unangenehme Gefühle (Ängste) verschwinden, und sie tun etwas nicht, weil Bedürfnisbefriedigung schwer oder unmöglich wird oder weil unangenehme Gefühle (Ängste) aufzukommen drohen. Stefan Kühl listet in seinem …

Rollengerechtes Verhalten

Es ist für Organisationen sehr wichtig, dass ihre Mitglieder die psychische Fähigkeit haben, sich als Person nicht mit ihrer Rolle zu verwechseln. Nur so können sie ein rollengerechtes Verhalten an den Tag legen. Wer als Chef denkt, er sei ein besserer Mensch als seine Mitarbeiter oder weil er Chef ist, dürfe er Mitarbeiterinnen belästigen,  leitet aus einer aktuellen Rolle …

Autonomieeinschränkung

Es gibt zwei Möglichkeiten in Organisationen die Autonomie von Personen, Teams, Abteilungen oder anderen Subsystemen einzuschränken. Freiwillig und durch Anweisung. Das schließt sich nicht aus, ganz im Gegenteil. Dennoch muss man sich im Klaren sein, dass jede einseitig erzwungene Autonomieeinschränkung Kosten produziert. Die Organisation muss die Begrenzung kontrollieren, sie muss Überzeugungsarbeit leisten, sie muss mit …

Organisierte Überlastung

Es gibt unendliche viele Möglichkeiten eine dauerhafte Überlastung einzelner Stellen in der Organisation verlässlich herzustellen: Zu große Führungsspannen, zu viele zu bedienende Kommunikationsstellen (ein Bereichsleiter erzählte im Coaching von 42 Wochenstunden Pflichtteilnahme an Regelmeetings), zu viele Abstimmungs- und Einbeziehungspflichten (ohne die keine Entscheidungen getroffen werden dürfen), zu heterogene Kooperationspartner (die viel Zeit brauchen, um einander überhaupt …