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Autonomieeinschränkung

Es gibt zwei Möglichkeiten in Organisationen die Autonomie von Personen, Teams, Abteilungen oder anderen Subsystemen einzuschränken. Freiwillig und durch Anweisung. Das schließt sich nicht aus, ganz im Gegenteil. Dennoch muss man sich im Klaren sein, dass jede einseitig erzwungene Autonomieeinschränkung Kosten produziert.

  • Die Organisation muss die Begrenzung kontrollieren,
  • sie muss Überzeugungsarbeit leisten,
  • sie muss mit allfälliger Demotivation umgehen,
  • sie muss mit den negativen Folgen der Unflexibilität an den in ihrer Autonomie beschnitten Stellen leben,
  • sie muss Abweichungen sanktionieren oder informell (riskant) tolerieren,
  • sie muss die Kommunikationsflüsse koordinieren.

Je mehr Selbstkontrolle die Subsysteme ausüben können, desto geringer sind die Kosten im Gesamtsystem.

Lässt man die Autonomieräume weit, kann man die daraus entstehende Abhängigkeit durch Vertrauen kompensieren. Das geht zu Lasten des Enttäuschungsrisikos. Daher ist es sinnvoll, an den Stellen der Organisationen, an denen Enttäuschungen zu gefährlich wären, mit Kontrolle zu arbeiten. (Etwa überall dort, wo Fehler große Auswirkungen hätten: Haftungsschäden oder Rechtsnormen). Die Compliancefälle aus der jüngeren Vergangenheit zeigen, wie schwierig diese Gratwanderung für Organisationen ist.