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Rollengerechtes Verhalten

Es ist für Organisationen sehr wichtig, dass ihre Mitglieder die psychische Fähigkeit haben, sich als Person nicht mit ihrer Rolle zu verwechseln. Nur so können sie ein rollengerechtes Verhalten an den Tag legen. Wer als Chef denkt, er sei ein besserer Mensch als seine Mitarbeiter oder weil er Chef ist, dürfe er Mitarbeiterinnen belästigen,  leitet aus einer aktuellen Rolle für andere Rollen unpassende Rechte ab. Verschärft wird das Problem im Kontext Korruption und Amtsmissbrauch.

An der Häufigkeit dieser Phänomene lässt sich aber erkennen, dass die Inkompetenz von Organisationsmitgliedern sich rollengerecht zu verhalten das Einfallstor für interessensorientierte Kommunikation ist: Man verspricht dem Entscheidungsträger persönliche Vorteile und beeinflusst so dessen Entscheidung. Da immer wieder die Möglichkeit entsteht persönliche Motive und Rollenanforderungen zu  vermischen, kommen Organisationen daher um eine kontrollierende Überwachung (Compliance-Abteilungen, Anti-Korruptionsstellen, Whistleblowing) kaum herum. Die Verführbarkeit von Menschen ist etwas, das Organisationen zu eigenen Zwecken durchaus ständig nutzen (etwa Boni, damit die Mitarbeiter das Letzte aus sich herausholen). Man muss sich also klar machen, dass Organisationen ohne die extrinsische Verführbarkeit von Menschen gar nicht möglich wären und deshalb rollengerechtes Verhalten immer der Kontrolle bedarf.