Lernen aus Schäden

Wie werden (größere) Schäden, also negative Folgen vergangener Entscheidungen in Organisationen verarbeitet? Organisationen können sich nicht wie Menschen ärgern oder von sich behaupten, dass es absehbar gewesen wäre. Ihr stehen stattdessen zwei Varianten zur Verfügung Man sucht – ein seit Jahrhunderten erprobtes Verfahren – einen Sündenbock. Entweder ein sogenanntes Bauernopfer – also untere Hierarchieränge – …

Risiko und Beruhigung

Viele Vorgänge in Organisationen lassen sich besser verstehen, wenn man sich vor Augen hält, dass es nicht möglich ist, als Mitglied einer Organisation zu handeln (oder etwas zu unterlassen), ohne dass dies als Entscheidungen interpretiert wird. Da Entscheidungen falsch sein können, wird jegliches Verhalten mit Risiko aufgeladen! So nimmt es nicht wunder, wenn Mitglieder eine …

Zielkonflikte und Organisation

Dass es in Organisationen Zielkonflikte gibt, ist von Wissenschaftlern wie Praktikern unbestritten. Sehr viel weniger Einigkeit gibt es darüber, wie dieses Phänomen zu erklären und zu werten ist und wie damit umgegangen werden kann. Aus systemtheoretischer Sicht sind Organisationen um Zielkonflikte herum gebaut. Zugespitzter noch: Sie „bestehen“ aus Zielkonflikten, die auf Dauer nicht hierarchisiert werden …

Karriere und Flexibilität

N.Luhmann macht auf einen wichtigen Aspekt aufmerksam. Anders als der Mainstream der Organisationstheorien sieht er in Karriereorientierung nicht etwas Unerwünschtes, dem dem Zweck und Ziel des Organisationsganzen im Wege steht. Er sieht im Streben nach Karriere den Ausdruck der Flexibilität von Personen, die auf diese Weise paradoxerweise zur Stabilität der Organisation beitragen. Wäre es nämlich nötig, …

Unkündbarkeit

Wenn die Beobachtung der Passung von Person und Stelle ein Leitprozess in Organisationen ist, wird Unkündbarkeit besonders relevant. Personen, die unkündbar sind, müssen sich nicht mehr um die Qualifikation für eine Stelle bemühen. Sie haben eine bzw. werden immer eine haben. Das Risiko reduziert sich auf die Gefahr Aufgaben zu bekommen, die nicht motivieren oder …

Integration der Systemarten

Die Definiton von Integration, die wir für diese metatheoretischen Überlegungen zu Veränderung nutzen, stammt von N. Luhmann: „Integration ist die wechselseitige Einschränkung von Freiheitsgraden von Systemen“. Diese Definition erlaubt es zu untersuchen, wie die Organisationdynamik der Psychodynamik Möglichkeiten (etwa Karriere) und Begrenzungen (etwa Beachtung der Mitgliedschaftsbedingungen) zur Verfügung stellt. Umgekehrt muss die Psychodynamik der Organisationsdynamik …

Dauerstreitigkeiten

Entscheidungen in Organisationen versorgen sie mit Sinn, d.h. man reduziert Komplexität indem man sich für eine Alternative entscheidet und eine andere gute Alternative tilgt. Lässt sich nun in einer Organisation beobachten, dass an es an bestimmten Stellen zu Dauerstreitigkeiten kommt, dann ist immer mit der Möglichkeit zu rechnen, dass der gewählte Sinn, überprüft werden sollte. …

Inkrementelle Verbesserung

Von Karl R. Popper, dem englischen Wissenschaftstheoretiker, stammt der Satz: ‚Wir irren uns voran!‘ Qualität kann metatheoretisch nicht als Perfektion, im Grunde auch nicht als Optimierung, sondern eher als Wahlhandlung verstanden werden, die zur vorliegenden Lage eine jeweils passende Antwort findet. Mit der Schließung von Sicherheitslücken in Software, erzeugt man auch wieder neue, andere Möglichkeiten …

Regelverletzende Personen

In autoritären Systemen gelten Dissidenten als schwierig bis unerwünscht. Damit ist aber nicht gesagt, dass es dysfunktional ist. Und es ist ungeklärt, welche Funktion Personen, die Bestehendes in Frage stellen, formale und informelle Regeln und Gesetze übertreten, die gewohnten Abläufe stören oder erschweren, in Organisationen haben. Braucht es solche Mitglieder, damit Organisationen sich verändern? Zunächst …

Vertrauen, Regelbruch, Ausnahme

Organisationen brauchen Anarchie, weil sie sonst an Regeln ersticken würden. Anarchie meint hier, dass es in Organisationen eine Überlastung der Hierarchie wäre, jede situationsgerechte Behandlung eines Problems als Ausnahme von einer Regel zu genehmigen. Organisationen brauchen die informell ausgeübte Kompetenz von Mitarbeitern Anweisungen, Prozesse, Kommunikationswege, Entscheidungsprogramme und Entscheider zu umgehen. Das geht nur mit Vertrauen …