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Inkrementelle Verbesserung

Von Karl R. Popper, dem englischen Wissenschaftstheoretiker, stammt der Satz: ‚Wir irren uns voran!‘

Qualität kann metatheoretisch nicht als Perfektion, im Grunde auch nicht als Optimierung, sondern eher als Wahlhandlung verstanden werden, die zur vorliegenden Lage eine jeweils passende Antwort findet. Mit der Schließung von Sicherheitslücken in Software, erzeugt man auch wieder neue, andere Möglichkeiten sie zu hacken. Jedes Vorankommen, erzeugt einen Irrtum, der zunächst auch gar nicht bemerkt werden kann, sondern den die Zukunft oder ein anderer, der die Betriebsblindheit des einen nicht teilt, erkennen kann.

Wer sich also mit der Qualität von Arbeitsergebnissen in einer komplexen, nicht trivialen Umgebung beschäftigt, wird auf inkrementelles (=schrittweises) Vorgehen setzen, nicht auf den ‚großen Wurf‘. Alles Erreichte bleibt auf Dauer vorläufig. Darin liegt kein Mangel, sondern es ist ein Ausdruck davon, dass sich aus allem Erreichten, neue Entscheidungsbedarfe ergeben und nötig werden. Abstrakt formuliert: Freiheit erzeugt weitere Freiheit.

Für den Leitprozess Vergangenheitsbewältigung heißt dies, dass Lernen weiteres Lernen ermöglicht und erzwingt, für den Leitprozess Qualitätsfokus, dass Verbesserungen in der Geschwindigkeit einen Preis im Perfektionsgrad mit sich bringen (und umgekehrt). Produktoptimierung muss also immer den Pol, den sie optimiert im Auge behalten, bzw. sich bewusst sein, dass der andere Pol leidet.