Bewusst

Die Unterscheidung in bewusst und unbewusst hat eine sehr lange Tradition. Wir nehmen sie hier in abgewandelter Form auf. Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch zur Reduktion von Komplexität entscheiden muss, welche Bewusstseinsereignisse er wissentlich wahrnehmen will und welche unentdeckt bleiben sollen. Dieser Entscheidungsrahmen ist zum Teil vordisponiert (üblicherweise beschäftigen wir uns nicht bewusst …

Selbstentmachtung

Jeder Mensch kann sich entscheiden, wofür er seine Kräfte gebraucht: Man kann sie für sich einsetzen und sich stärken oder man kann sie gegen sich einsetzen und sich schwächen. Sofern sich jemand schwächt, gilt es in Beratung herauszufinden, wie dies genau geschieht. Selbstentmachtung kann auf mehrere Weisen praktiziert werden. Die zwei wichtigsten sind, dass man …

Umgang mit Agieren

„Und da habe ich dem Kollegen gesagt, wenn er noch einmal …!“ Wenn Menschen in ihrer Not anfangen ihren Impulsen und Gefühlen freien Lauf zu lassen, werden die Verhältnisse meist nicht besser. Sie haben dann keinen Ärger mehr, sondern der Ärger hat sie! Solche Phänomene sind beratungstechnisch – insbesondere wenn sie sich auch gegenüber dem …

Umgang mit Passivität

Passivität ist ein alltagsnahes Wort für eine dysfunktional gehandhabte Selbstverantwortung. Wer ein Problem hat und nichts tut, behauptet keine Handlungsmöglichkeiten zu haben, sich für  unfähig hält oder schnell anpasst, der tut gut daran, zu überprüfen, ob er dies auch anders sehen könnte. In Beratungen ist öfter mal so, dass die Überzeugungskraft der Klienten zur die …

Umgang mit Introjekten

Einer der mächtigsten Lernprozesse der Psyche ist das, was in der Psychologie „Identifikation mit dem Aggressor“ bezeichnet wird. Dies benennt die Möglichkeit die Selbstverantwortung so zu nutzen, dass man Fremdes zum Eigenen deklariert. Das kleine Kind ist irgendwann fähig innerlich diesen Satz zu sprechen: „Pass auf! In die Schublade zu greifen, wo die Gummibärchen sind …

Umgang mit Projektionen

Dysfunktional werden Projektionen immer dann, wenn sie einem die Möglichkeit rauben, Einfluss zu nehmen, wo eigentlich einer wäre und man einen haben möchte. „Das ist vollkommen ungerecht!“. Wer sich so über eine Entscheidung des Chefs empört, projiziert sein Verständnis von Gerechtigkeit in die Welt, die dementsprechend so zu sein hat. Was dabei verschwindet, ist die …

Beziehungsanalyse

Worin sich jemand als Betroffener seiner Umwelt erlebt (Selbstverantwortungsentscheidung!), lässt sich auch immer gut in den Kontaktangeboten und sich entwickelnden Beziehungsmuster mit dem Berater studieren. Diese Infos aufzunehmen und dann zu nutzen ist eine unerlässliche (dialogisch-hermeneutische) Beratungstechnik. Die leitende Frage ist: Welche innerlichen oder äußerlichen Reaktionen legt der Klient dem Berater nah? Wie soll der …

Analyse Beziehungsverklammerung

Mit einer relativ einfachen Analyse (ausgearbeitete Beispiele finden Sie hier) lässt sich herausfinden, wo und wie jemand seine Selbstverantwortung dysfunktional handhabt und es lässt sich plausibel machen, wieso er das tut: Man beginnt bei dem äußeren Reiz (= „Weil DU…“), der dafür verantwortlich gemacht wird, dass man etwas erlebt, was man nicht möchte (= „bin …

Erarbeiten von Selbstunterstützung

„Where is the lack of self-support?“ Diese Frage gab Laura Perls gern als die wichtigste Orientierung bei ihrer Arbeit an. Wir möchten das unterstreichen. Egal um welchen Fokus es sich handelt – die Aufmerksamkeit des Beraters muss immer auch dieser Frage gelten. Wann immer der Klient etwas nicht wirklich denken will, nicht wirklich fühlen will, …

Schuld

Schuld ist strikt von Verantwortung zu unterscheiden. Verantwortung habe ich dann, wenn ich mich als Handelnder und nicht als Betroffener erlebe. Dann kann und werde ich mich mit den Wirkungen meines Verhaltens auseinandersetzen können. Verantwortung macht also frei, weil ich wähle, wie ich die Welt sehe, was und wem ich welche Bedeutung gebe und wie …