Trübungen

Wenn man die eigenen Erwartungen und Befürchtungen nicht (bewusst) kennt, sondern diese nur implizit ausgelebt werden, hat dies immer dysfunktionale Folgen: Eine davon ist, dass man die eigenen Annahmen darüber, wie sich eine Situation aller Voraussicht nach entwickeln wird, für wahr hält („Ist doch klar, das werde ich bitter büßen müssen beim Chef!“). Diese Erwartung ist …

Kognitive Einordnung

Merkmal dieser metatheoretischen Sicht auf die psychologischen Beratungsansätze ist, dass eine kognitiver Bearbeitung von psychischen Probleme allein nicht ausreichend und daher auch nicht hilfreich ist. Das gilt ebenso andersherum: Eine pure emotionale Erfahrung, die nicht kognitiv eingeordnet wird, droht eine singuläre Erfahrung zu bleiben. Neben neuen Erfahrungen braucht es auch ein neues Bewusstsein („Das gehört zu mir!“), …

Unbewusste Konflikte

Eine der problematischen Folgen der Fähigkeit und Notwendigkeit (!) des psychischen Systems, sich in einen bewussten und unbewussten Bereich zu teilen, ist, dass gegensätzliche Impulse im unbewussten Prozess gekoppelt werden und gewissermaßen miteinander „kämpfen“ können. Wenn ein Bedürfnis wiederholt gleichzeitig mit schmerzlichen Empfindungen erfahren wird (z.B. die Mutter hat keine Zeit für das Nähe-Bedürfnis des Kindes …

Kongruenz

Kongruenz (Stimmigkeit) entsteht dann, wenn unbewusste und bewusste Mitteilungen einander nicht deutlich widersprechen. Je weniger jemand von sich wissen will, desto deutlicher wird die Inkongruenz im Kontakt, im Selbstausdruck, im Verhalten und in den Reaktionen, die jemand bei anderen auslöst. Beraterseits wird also die Beobachtung, die Auswertung und die Rückspiegelung von mangelnder Kongruenz zu einem …

Funktion von Bewusstsein

Der psychische Leitprozess, was man bewusst und unbewusst verortet, kann funktional oder dysfunktional vom psychischen System erledigt werden. Als funktional werden diejenigen Bearbeitungsformen angesehen, welche diese Aufteilung ein Leben lang zur Disposition stellen („Ich könnte auch (ganz) anders sein!“). Man rechnet dann mit Selbstüberraschungen, man rechnet damit, dass im Verhalten, im Selbstausdruck, im „Wie“ potentiell …

Unterstützung von Selbstreflexion

Reflexion braucht einen gedanklichen Rahmen. Diesen Rahmen zur Verfügung zu stellen, ist eine der Funktionen hermeneutischen Arbeitens: Der Berater stellt dem Klienten Modelle vor, die es dem Klienten erlauben, seine Person, Gefühle, Gedanken, Vorlieben, Verhaltensmuster etc. einzuordnen und von denen anderer Menschen zu unterscheiden. Solche Modelle gibt es sehr viele. Ihr Wert besteht darin, Menschen zu unterstützen, eigenes …

Formen der Selbstreflexion

Reflexion führt das im Bewusstsein Ausgeschlossene ins Bewusstsein zurück. Man beobachtet sich quasi selbst und kann dadurch bemerken, was im reinen Gebrauch seiner Muster, durch diese Muster ausgeschlossen war. Dazu braucht es die Fähigkeit sich von sich selbst innerlich zu distanzieren. Das kann man auf unterschiedliche Weise tun: Erstens achtet man darauf, wo und wie …

Selbstreflexion

Im Hinblick auf Veränderung ist die Unterscheidung, ob man etwas bewusst oder reflektiert tut, von hoher Bedeutung. Man kann sehr wohl etwas bewusst tun (etwa: Ich weiß, dass ich dem anderen Vorwürfe mache), ohne die Funktion und das Motiv des Verhaltens zu kennen. Reflexion fokussiert auf die Bedingungen unter denen etwas stattfindet. Die Differenziertheit und …

Systemdynamik

Wie sich (unterschiedliche) Systeme stabilisieren und wie sie sich verändern, sind die Fragen, denen sich diese Metatheorie widmet. Wir fokussieren uns dabei auf die Dynamiken von Psyche, Konflikte, Teams und Organisationen. Wir stützen uns auf die Systemtheorie der Bielefelder Schule, auf zeitphilosophische, existentialistische, phänomenologische und buddhistische Philosophien, auf gestaltpsychologische, tiefenpsychologische und humanistische Psychotherapieverfahren sowie auf wissenschaftstheoretische Überlegungen. …

Unbewusst

Unbewusste Vorgänge dominieren das innerseelische Geschehen. Niemand könnte ständig an alles denken, was der Steuerung und der Bedeutungsgebung bedarf. Gäbe es keine unbekannte innere Welt, könnte es auch keine inneren Vorgänge geben, die uns überraschen, die unser Bild von uns selbst erweitern oder verändern könnten. Unsere Selbststeuerung wäre vollkommen überlastet, wenn wir das allermeiste nicht …