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Unbewusst

Unbewusste Vorgänge dominieren das innerseelische Geschehen. Niemand könnte ständig an alles denken, was der Steuerung und der Bedeutungsgebung bedarf. Gäbe es keine unbekannte innere Welt, könnte es auch keine inneren Vorgänge geben, die uns überraschen, die unser Bild von uns selbst erweitern oder verändern könnten. Unsere Selbststeuerung wäre vollkommen überlastet, wenn wir das allermeiste nicht einfach grundsätzlich ein für alle Mal entschieden hätten und danach vergessen und verdrängen. Daher sind in den unbewussten Prozessen und Gedächtnisstrukturen auch all unsere Erwartungen und Vorannahmen über uns selbst, andere Menschen, wie sich Beziehungen entwickeln und was in ihnen zu erwarten ist, abgespeichert. Dieser unbewusste Speicherschatz hat in jedem neuen gegenwärtigen Moment ununterbrochen Konsequenzen für das, was wir denken, fühlen und tun.

Daher ist es ein Fehlschluss zu meinen, man würde überflüssigerweise sich mit der Vergangenheit beschäftigen, wenn man angesichts gegenwärtiger Probleme (Mobbing in der Firma) in der Beratung vermeintlich „vergangene“ Erlebnisse untersucht (z.B. Erfahrungen mit ausgegrenzt werden als Jugendlicher). Es andersherum: Solange ich meine Geschichte als Jugendlicher nicht aufgearbeitet habe, wird meine Vergangenheit nie vergehen, sondern über unbewusste Prozesse meine Gegenwart bestimmen. Veränderung entsteht, wenn ich Entscheidungen, was ich mir bewusst mache oder unbewusst halte, revidiere. Nur dann wird meine Zukunft nicht mehr meiner Vergangenheit ähneln.



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