Rollenanforderungen

Um die Passung einer Person zu einer bestimmte Stelle beurteilen zu können, muss man wissen, mit welchen Erwartungen sie verknüpft ist. Wer in Organisationen eine Stelle besetzt, übernimmt eine Rolle. Diese kann als Bündel von (stabilen) Erwartungen verstanden werden („Hol den Wagen, Harry!“ oder „Darf es noch etwas Kaffee, sein Frau Vorsitzende?). Wer Mitglied in einer …

Entscheidungsrechte

Es gibt fünf formal konstruierbare Formen wie Personen bzw. Rollenträger in Organisationen in Entscheidungen eingebunden werden können. Entscheidung: Die Person(en), die am Ende entscheiden und verantworten. Beteiligung: Das Recht, am Entscheidungsprozess beteiligt zuwerden und die eigene Meinung zu vertreten. Information: Das Recht, über die Entscheidung informiert zu werden. Eskalation: Das Recht, eine Entscheidung zu einer …

Soziale Entscheidungsblockaden

Entscheidungsblockaden sind schon vom Wort her verdächtig. Riecht es doch nach Verweigerung, nach Uneinsichtigkeit, nach Rebellion, die sich allesamt zu rechtfertigen haben. Hierarchisch gestaltete Organisationen neigen dazu – nachdem Macht und Ohnmacht zunächst mal verteilt sind – den Mächtigen auch die Wahrheit zuzuordnen. Das ist einerseits plausibel, weil es ja gerade eine der wesentlichen Funktionen …

Delegation

Delegation – die Beauftragung einer anderen Person, eines Team oder einer Funktion mit Aufgaben – beansprucht Entscheidungsmuster in einer ganzen Reihe von Leitprozessen. Zunächst werden in der Sozialdimension Entscheidungsrechte übertragen und Kommunikationswege gesetzt (Leitprozess Entscheider), zugleich müssen diese mit Vertrauen oder/und Kontrolle gekoppelt werden (Leitprozess Sozialkomplexität). Die Person oder Personen – Leitprozess Personal – müssen …

Empowerment

Empowerment ist einer der vielen Modebegriffe im „modernen“ Management. Dieser Begriff hat jedoch Substanz, wenn man den Fragen folgt, in deren Dunstkreis er auftaucht: Welche Formen können Organisationen entwickeln, um die Fülle ihrer Entscheidungen sinnvoll zu verknüpfen bzw. zu entkoppeln, sie hinreichend mit Zustimmung bzw. mit Ablehnungsmöglichkeiten zu versehen, sie angemessen zu kontrollieren bzw. sie …

I disagree and commit

In Organisationen, deren Hauptfunktion es ja ist, mit Komplexität umzugehen, gibt es vielleicht eine Fähigkeit, die ihre Mitglieder ganz besonders brauchen bzw. ihr zur Verfügung stellen müssen: „I disagree and commit!“ heißt es auf Englisch. Es geht darum, dass es in Entscheidungsgremien wichtig ist, dass unterschiedliche Meinungen ausgedrückt werden. Anderenfalls ist der Alternativenraum zu klein …

Hinterzimmerentscheidungen

Hinterzimmerentscheidungen – das sind hier Treffen von entscheidungsrelevanten Personen jenseits offizieller Gremien – haben einen schlechten Ruf und kommen doch überall vor. Es braucht somit eine organisationsdynamische Erklärung für dieses Phänomen. Kein Entscheidungsprozess lässt sich so rational gestalten und festlegen, dass er für alle Fälle gilt, dass er keine Ermessensspielräume zulassen würde, dass er dem …

Soziale Entscheidungsstabilität

Wie werden (in Organisationen) Entscheidungen stabil und verbindlich, wo sie doch immer auch anders ausfallen könnten? Sachlich, indem sie richtig sind, zeitlich, wenn sich Zukunft der Vergangenheit ähnelt bzw. den Erwartungen entspricht. Und sozial? Konsens wäre eine Möglichkeit, wenn er nicht so lange dauern und so schwer erreichbar wäre. Alle Betroffenen zusammenzuholen bleibt sowieso meist …

Entscheidungsbegründung

Wenn man – wie hier – davon ausgeht, dass sich Organisationen durch Kommunikation von Entscheidungen bilden und erhalten, kommt zwangsläufig die Art und Weise, wie Entscheidungen begründet werden, in den Blick. Welche Begründungen durch welche Entscheider finden für welche Entscheidungen Akzeptanz? Und welche Begründungen wecken Widerspruch, Verweigerung, Misstrauen, oder Rebellion? Hier lässt sich viel über …

Entscheidungsgremien

Entscheidungen sind flüchtig, daher brauchen Organisationen Wege sie im Gedächtnis der Organisation zu verankern. Und Entscheidungen sind riskant, weil sie zu Fehlern neigen und diese zugeordnet werden müssen. Zuletzt sind Entscheidungen durch die vorhandenen Beobachterhorizonte und Interessenlagen in Organisationen durch vorschnelle Verengung gefährdet. Gremien eignen sich sowohl dafür, dass Organisationen wissen, wo Entscheidungen getroffen wurden, …