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Delegation

Delegation – die Beauftragung einer anderen Person, eines Team oder einer Funktion mit Aufgaben – beansprucht Entscheidungsmuster in einer ganzen Reihe von Leitprozessen.

Zunächst werden in der Sozialdimension Entscheidungsrechte übertragen und Kommunikationswege gesetzt (Leitprozess Entscheider), zugleich müssen diese mit Vertrauen oder/und Kontrolle gekoppelt werden (Leitprozess Sozialkomplexität). Die Person oder Personen – Leitprozess Personal – müssen als dafür passend beobachtet worden sein.

In der Sachdimension werden durch Delegation intern Stellen aneinander gekoppelt (Leitprozess Vernetzung), in den Leitprozessen Entscheidungsorientierung („Berücksichtige dabei …!“) und Qualität („Ich möchte bis zum Montag einen Bericht dazu!“) eine Orientierung – explizit oder implizit – mit delegiert.

Mit der Delegation wird davon ausgegangen, dass die Absprache beibehalten wird (Leitprozess Vergangenheitsbehandlung), es wird mit entschieden, welche Anpassungsspielräume mit der Delegation verbunden sind (Empowerment für Regelsetzungen und Ausnahmegenehmigungen = Leitprozess Gegenwartsbehandlung). Derjenige, der delegiert, setzt sich neuen Risiken aus („Es könnte die Qualität leiden, wenn ich es nicht selbst mache“), auf denjenigen, dem delegiert wird, kommen neue Gefahren („Was könnte nur alles passieren?“) als auch neue Risiken („Wird die Geschäftsleitung mit mir zufrieden sein?“) zu.

Man sieht, ein so alltäglicher organisationsdynamischer Prozess wie Delegation, beansprucht alle in der Organisation existierenden Entscheidungsprämissen und -muster. Diese sind in jeder Organisation anders und deshalb ist es nicht sehr sinnvoll, Rezepte auszugeben, wie „richtiges“ Delegieren zu erfolgen hat.