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I disagree and commit

In Organisationen, deren Hauptfunktion es ja ist, mit Komplexität umzugehen, gibt es vielleicht eine Fähigkeit, die ihre Mitglieder ganz besonders brauchen bzw. ihr zur Verfügung stellen müssen: „I disagree and commit!“ heißt es auf Englisch. Es geht darum, dass es in Entscheidungsgremien wichtig ist, dass unterschiedliche Meinungen ausgedrückt werden. Anderenfalls ist der Alternativenraum zu klein bzw. ist damit zu rechnen, dass Abweichung zur vorherrschenden Meinung unterdrückt wird. Wenn nun aber alle für ihre Entscheidungsalternative eintreten, dann können am Ende nicht alle „gewinnen“! Trotzdem braucht die Organisation Einigkeit, also Akzeptanz für die am Ende gewählte Alternative.

Aus diesem Grund müssen sich Manager im Falle einer „Niederlage“ mit der vielleicht als falsch oder schlecht angesehenen (I disagree) Entscheidungsvariante identifizieren können (and commit). Das ist nicht so einfach, weil Inkonsistenzen hinzunehmen sind. Innerlich, weil man sich etwas  aneignen soll, das man bekämpft hat. Äußerlich, weil möglicherweise bekannt war, dass man dagegen war und nun im Umfeld als „Umfaller“ oder „durchsetzungsschwach“  angesehen wird.  Auch wird es nicht leichter bei den eigenen Leuten Akzeptanz für eine Entscheidung einzuwerben, wenn man selbst dagegen war. Doch ohne sich hinter einer Alternative zu vereinen, kann eine Organisation nicht die notwendige Koordination ihrer Aktivitäten herstellen.