Mißtrauen

Mißtrauen ist nicht schlecht, wiewohl das manche denken. Was ist die Funktion von Mißtrauen? Mißtrauen reduziert – genauso wie Vertrauen  – Komplexität. Wer mißtraut, weiß wie er dran ist und was zu tun ist. Er muss bereit sein zur Dauerbeobachtung, zum Konflikt, er braucht Alternativen oder muss sich damit abfinden, dass der andere anders handelt …

Beobachtung informeller Entscheidungen

Für das Verständnis einer Organisation muss man immer auch die Frage stellen, wie mit informellen Entscheidungen umgegangen wird bzw. wie diese in und außerhalb der Organisation beobachtet und bewertet wird. Es gibt  für informelle Entscheidungen viele Namen und viele Formen: Günstlings-, Zöglings- und Vetternwirtschaft, Seilschaften, Bestechung, Zuwendungen, Erpressung, Patronage, (Neben-)Absprachen, Preiskartelle, Hinterzimmertreffen, Vorabsprachen, politischer Dialog, …

Doppelte Kontingenz

Wenn man genau wüsste, was der andere denkt, fühlt und tut (und umgekehrt), dann müsste man nicht miteinander sprechen. Wozu auch? Es wäre kein Raum für Interpretation, alles wäre festgelegt und man müsste reagieren, wie man reagiert. Nur wenn man annehmen muss, dass das, was der andere denkt, fühlt und tut davon abhängig ist, was …

Organisation und Mitgliedschaft

Mitgliedschaft wirkt sich für die Organisation wie für die Person, die Mitglied wird oder ist, in doppelter Weise aus. Mitgliedschaft bewirkt auf beiden Seiten Ungewissheit. Bleibt der Mitarbeiter oder nicht bzw. wird ihm gekündigt oder nicht? Mitgliedschaft in Organisationen bedeutet immer, dass man sich in einem (Arbeits-)Markt vorfindet und frühere oder erwartete zukünftige Verdienste die Chancen …

Vertrautheit

Vertrautheit ist – so Luhmann – für alle Systemarten notwendig. Wenn morgen alles, wirklich alles, anders wäre, könnte kein System überleben. Es wäre nicht mehr an seine Umwelt anschlussfähig. Vertraut ist das, was an der Zukunft der Vergangenheit gleicht: Auch morgen fällt der Apfel von oben nach unten, die Autos fahren rechts, für Geld bekomme …

Entschiedene Entscheidungsprämissen

Entschiedene Entscheidungsprämissen – dieser Begriff fasst alles in einer Organisation zusammen, was stabile und explizite Grundlagen für wiederkehrende Einzelentscheidungen darstellt. In der etablierten Terminologie der systemtheoretischen Organisationslehre Luhmanns umfasst dies die Entscheidungswege, die Personalbesetzungen sowie alle definierten Prozesse und Abläufe der (formalen) Organisation Bezogen auf die hier vorgestellten Leitunterscheidungen gilt Analoges: Alle festgelegten, dokumentierten und …

Niedergang von Organisationen

Versteht man Organisationen – wie hier versucht – als Systeme, die ihre innere Verweisungsstruktur (=Selektionen) immer mehr verfeinern und gegeneinander abschotten, dann ist es leicht erklärbar, dass Organisationen ab einer gewissen Größe (= Selektionsniveau) eher sterben, als sich verändern. Evolutionstheoretisch müsste man sagen, dass bei einer Veränderung an einer Stelle so viele andere Stellen sich …

Nicht-entscheidbare Entscheidungsprämissen

Kann etwas, das nicht entscheidbar ist, Grundlage für andere Entscheidungen sein? Genau das soll nämlich mit dem etwas seltsamen Begriff zum Ausdruck gebracht werden! Vielleicht am einfachsten lässt sich das verstehen, wenn man sich vorstellt, dass man in einer Organisation als Besucher auf die Beobachtung, dass alle ausgesprochen freundlich sind und sich alle duzen, die …

Nicht-entschiedene Entscheidungsprämissen

Das lange und verworrene Ringen darum, was denn nun Organisationskultur sei, stimuliert die Theorie über andere, neue Begriffe ein wenig Ordnung in die Verhältnisse zu bringen. Mit „Nicht-entschiedene Entscheidungsprämissen“ als Definition von Organisationskultur greifen wir hier eine Terminologie auf, die von Luhmann kommt und von Stefan Kühl präzisiert wurde. Was ist damit gemeint? Es sollen …