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Niedergang von Organisationen

Versteht man Organisationen – wie hier versucht – als Systeme, die ihre innere Verweisungsstruktur (=Selektionen) immer mehr verfeinern und gegeneinander abschotten, dann ist es leicht erklärbar, dass Organisationen ab einer gewissen Größe (= Selektionsniveau) eher sterben, als sich verändern. Evolutionstheoretisch müsste man sagen, dass bei einer Veränderung an einer Stelle so viele andere Stellen sich mit verändern müssten, dass Mutationen einfach sich nicht mehr durchsetzen können. Der Niedergang von (Wirtschafts-)Organisationen ist folglich bei relevant Änderungen in der Umwelt, die große Anpassungen im Innen nötig machen würden, eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich. Organisationen „wachsen sich in ihrer eigenen Geschichte fest“ (Luhmann). Dieses Festwachsen gilt insbesondere für die nicht-entscheidbaren Entscheidungsprämissen! Daher können Entscheidungen in Organisationen immer nur indirekt und damit langsam auf diesen Aspekt ihrer Systemdynamik einwirken. Das ist bei schnellem Änderungsbedarf entsprechend gefährlich.

Nicht zuletzt deshalb kommen dann oft nur „disruptive“ Änderungen mehr in Frage, wenn sonst das Überleben zur Debatte steht: Komplette Änderung des Geschäftsmodells, Fusion, Übernahme, Abspaltungen, Aufteilungen etc..

Der Optimismus, mit dem Change-Theorie gelegentlich operiert, lässt sich eigentlich theoretisch (und lebenserfahrungsseitig) nicht wirklich begründen – im Gegenteil.