Entscheidungsfindung als Form der Zeit

Wer Entscheidungen begründen will, findet kein Ende. Irgendwann gehen die Argumente aus und man könnte immer noch anders handeln, als es beabsichtigt wird! Nun werden sie dadurch nicht beliebig oder willkürlich. Warum? Das wären sie nur, wenn sie rein auf die Gegenwart bezogen wären. Man wäre dann ohne Bezug zur Vergangenheit (Erfahrungen, Regeln, Normen, Üblichkeiten, Konventionen etc.) und …

Entscheidung und Oszillation

Wenn die These stimmt, dass es keine objektiven Kriterien gibt, um zwischen den Polen der Leitprozesse zu entscheiden, wird die Suche nach dem passenden Weg ein situatives Herantasten. Entscheidung zu den Leitunterscheidungen geschehen somit immer unter Sowohl-als auch – Bedingungen, unter dem Vorbehalt von Widersprüchen, angesichts von guten Gegenreden und untilgbaren Unsicherheiten. Somit ist ein Oszillieren im Entscheidungsprozess oft …

Ignoranz

Ignoranz wird landläufig unterschätzt. In einer Welt, die immer komplexer wird, alles Wissen leicht zugänglich ist und alle Systeme mit Informationen überschwemmt werden, wird das Ignorieren immer wichtiger. Organisationen wie Teams wie Personen überlasten sich durch fehlende Ignoranzkompetenz sehr schnell. Dies ist ineffizient und uneffektiv. Wer etwas ignoriert, muss sich das leicht vorhalten lassen oder reagiert …

Evolution

Wer sich mit Veränderung beschäftigt, kommt an der Beschäftigung mit dem Veränderungprozess, der die Welt verändert, nicht vorbei. Seit Darwin wird dieser Prozess als „Evolution“ bezeichnet. Damit wird das Phänomen benannt, wenn ungeplant „etwas“ entsteht, das Bestand hat. Aus Zufall wird Notwendigkeit, wie Jacques Monod dies ausgedrückt hat. Etwas, das sich ereignet, wird wiederverwendet, bekommt …

Funktionssysteme

Dieser Begriff stammt aus der Soziologie (N. Luhmann) und hilft grundlegend bei der Beschreibung der modernen Welt. Bis ins 17. Jahrhundert war die Gesellschaft dadurch geordnet, dass es – meist durch Geburt – geregelte Zugehörigkeiten in klaren Schichtungen gab: Adel, Klerus, Bauern, Ritter, Kaufmannsgilden, in Ständen organisierte Handwerker u.v.a.m.. Das verbürgte Stabilität, Ungleichheit war Teil …

Kommunikationswege

Jeder, der mit Organisationen zu tun hat, kennt sie: Organigramme. Sie informieren darüber, wer wofür in einer Organisation als Adresse für Kommunikation fungiert: „Ah, damit müssen Sie mit der Abteilung xy sprechen!“ oder „Den Antrag bearbeitet Herr Müller vom Einkauf!“. Dabei ist das Organigramm nur der sichtbare, aktenkundige Teil der Kommunikationswege, da im realen Leben …

Changeparadox der Kommunikation

Um Lernen (=Change) zu rechtfertigen, braucht es in Organisationen überzeugende Begründungen. Das geschieht meistens dadurch, dass die aus der Vergangenheit kommenden bestehenden Verhältnisse schlecht gemacht werden. Das erleichtert es sehr, die Zukunft dann so darzustellen, dass sie besser werden wird. Dabei wird dann vergessen, dass die Verhältnisse als sie noch nicht als überholt angesehen wurden, …

Strukturelle Koppelung

Strukturelle Koppelung (siehe auch Resonanz) ist systemtheoretisch das Ersatztheorem zu Kausalität. Wenn kein Mensch im Kopf eines anderen Denken kann, muss ja erklärt werden, wie Menschen (=psychische Systeme) aufeinander Einfluss nehmen oder auch nur in Verbindung stehen können. Die Erklärung der Systemtheorie ist, dass die Systeme einander wechselseitig ihre „Komplexität“ zur Verfügung stellen. Das klingt …

Formen der Koppelung

Es macht einen Unterschied, ob man sich in „loser Runde“ gelegentlich trifft,  oder 40 Jahre verheiratet ist, ebenso, ob man als Freelancer sich von Auftrag zu Auftrag hangelt oder Beamter in der Zollverwaltung ist. Je „fester“ zwei Systeme miteinander gekoppelt sind, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie einander ignorieren können. Der menschliche Körper ist sehr …

Philosophische Prozesstheorien

„Prozess und Realität“ ist das Hauptwerk des großen Mathematiker und Philosophen A.N. Whitehead. Seine Analysen, wie in Prozessen aus einem Raum von Möglichkeiten (Potentialität) ausgewählt wird, um zu einem konkreten Ereignis (Aktualität) zu gelangen, haben die hier vorliegende metatheoretischen Veränderungstheorie massgeblich beeinflusst. Nach Whitehead ist jedes Ereignis ein Ergebnis eines kreativen, schöpferischen Aktes. Es liegt …