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Evolution

Wer sich mit Veränderung beschäftigt, kommt an der Beschäftigung mit dem Veränderungprozess, der die Welt verändert, nicht vorbei. Seit Darwin wird dieser Prozess als „Evolution“ bezeichnet. Damit wird das Phänomen benannt, wenn ungeplant „etwas“ entsteht, das Bestand hat. Aus Zufall wird Notwendigkeit, wie Jacques Monod dies ausgedrückt hat. Etwas, das sich ereignet, wird wiederverwendet, bekommt Struktur, stabilisiert sich, solange es das kann.  Etwas entsteht, es besteht und es vergeht und macht anderem Platz.

Für eine metatheoretische Untersuchung von Veränderung ist besonders bedeutsam, dass in lebenden und sozialen Systemen niemand wissen kann, was sich in Zukunft bewährt. Die „Evolution“ probiert aus. Die meisten Mutationen überleben nicht. Welche Variation sich durchsetzt kann und erhalten bleibt, hängt von so vielen Variablen und dem Kontext ab, dass eine Vorherbestimmung des „richtigen“ Zufalls theoretisch als illusionär bezeichnet werden muss.

Statt darunter zu leiden oder sich -wie weite Teile naturwissenschaftlich geprägter Konzepte – auf ein planbares und rechenbares Maschinenmodell zurückzuziehen, könnte man im Zufall, im Ausprobieren, im Auswerten von Änderungen, im Identifizieren des Sich-Bewährenden, im Spielen mit Variationen, etwas Sinnvolles sehen. Eine weitere Folge wäre, dass nicht einseitig Ordnung dem Chaos vorgezogen werden müsste, sondern beide Pole für den Fortgang einer Entwicklung als notwendig angesehen werden würden. Schlussendlich gibt es innerhalb des evolutiven Geschehens auch keinen Standpunkt, der einen Gesamtüberblick erlauben würde. Niemand kann die „Wahrheit“ der Evolution kennen und seiner eigenen Perspektive eine universale Gültigkeit unterstellen. Dies gilt dann für (Organisation)-Theorien genauso wie für Organisationsberater und Projektleiter von Changeprojekten.