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Konfliktdynamik

Unter Konfliktdynamik verstehen wir den Prozess, wie sich in sozialen Systemen bestimmte Kommunikationsmuster entwickeln und stabilisieren. Sie entfalten eine Eigenständigkeit, die als konflikthaft bezeichnet wird. Es „gibt“ also Konfliktsysteme, deren Eigenleben sich unabhängig von der konflikthaft besetzten Sache, von den handelnden Personen in ihrer zeitlichen Entwicklung und Stabilität beschreiben lassen. Dies liegt an der Asymmetrie von Schlüsselentscheidungen, die – wenn einmal getroffen – Folgen haben, die nicht so leicht mehr rückgängig zu machen sind und eine hohe Veränderungsresistenz besitzen. Metatheoretisch lassen sich diese Entscheidungen benennen und aus dem Umgang mit Komplexität ableiten. Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei die Unterscheidungen von Vertrauen und Mißtrauen sowie die von Handeln und Betroffensein. Ein metatheoretisches Verständnis über die autopoetische Struktur von Konfliktsystemen verhilft Beratern wie Betroffenen nicht Konsens oder Harmonie naiv als die „richtige“ Form der Kommunikation anzusehen, sondern sowohl die Funktionalität als auch die Dysfunktionalität von Konflikten und die von Konsens im Blick zu haben. Dadurch eröffnen sich Beratungsmöglichkeiten, die in Konfliktsituationen oft nötig sind.

Weitere Inhalte zur Systemform Konflikt folgen bis Ende 2020.



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