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Funktion der Bedürfnisregulation

Der psychische Leitprozess, welche Bedürfnisse man fördert und welche man hemmt, kann vom psychischen System funktional oder dysfunktional erledigt werden. Funktional ist er dann, wenn die innere Regulation der Bedürfnisse und die äußere Situation so abgestimmt werden, dass Wohlfühlen und soziales Miteinander gleichzeitig möglich sind. Dysfunktional ist der Leitprozess dann, wenn innerpsychisch ein Bedürfnis konsequent mit einer korrespondierenden Angst verknüpft wird. Beispiele: Der Nähewunsch löst Vereinnahmungsängste aus, der Distanzwunsch löst Isolationsängste aus, der Freiheitswunsch löst Risikoängste aus, der Sicherheitswunsch löst Erstarrungsängste aus, der Einzigartigkeitswunsch löst Abwertungsängste aus und der Zugehörigkeitswunsch löst Angst vor Angepasstheit aus.

Das Prinzip ist klar: Die Dysfunktionalität besteht darin, dass das Bedürfnis zugunsten der Vermeidung eines unangenehmen Gefühls gehemmt wird. Das unangenehme Gefühl wiederum ist die Konsequenz einer Erwartung von nicht erwünschten Folgen, die aufgrund der eigenen Geschichte als wahrscheinlich vermutet werden. Oftmals oszilliert jemand dann zwischen den Bedürfnispolen: Aus Nähewunsch und resultierender Vereinnahmungsangst wechselt der Klient in Distanzverhalten, das wiederum Isolationsängste auslöst und sein Nähebedürfnis verstärkt. DieserTeufelskreis führt recht sicher in die Erschöpfung und Resignation. Das Selbstvertrauen, entweder mit unerwünschten Erfahrungen fertig zu werden oder etwas mit Ängsten tun zu können, fehlt oft. Derartige innere Konflikte sind in den meisten Fällen das Herzstück jeder Beratung.



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