Du bist hier: Start

Situationsorientiert

Situationsorientiertes Handeln bedingt, dass von allgemeinen Regeln abgewichen werden kann. Organisationen brauchen die Möglichkeit zu tolerierten Regelverletzungen. Jeder Fall ist anders, sonst könnte man gewissermassen ausrechnen, was zu tun ist. Organisationen nutzen die Möglichkeit zu akzeptierten Ausnahmen ständig. Hierbei ist auffällig, dass diese Akzeptanz explizit sein kann („Dann machen wir für diesen Kunden mal eine Ausnahme!“). Genauso gut und genauso oft werden diese Ausnahmen jedoch einfach gemacht, ohne dass darüber Kommunikation stattfindet. Stillschweigend wird klug und passend gehandelt und genau dadurch die Gültigkeit der Regel ebenso stillschweigend anerkannt. In der Notwendigkeit des „intelligenten“ Regelgebrauchs liegt demnach auch ein theoretischer Grund für Heimlichkeiten in Organisationen. Ebenso wichtig ist es, dass organisationale Regeln oder Anweisungen der Hierarchie einen hinreichenden Interpretationsspielraum haben, da sonst Regelmissachtung sofort als Missachtung der Hierarchie interpretiert werden muss. Kluge Manager wissen das.

Die Art und Weise und das Ausmass in dem Regeln zugunsten situationsorientiertem Handeln ignoriert werden, macht Organisationen sehr unterschiedlich. Auch die Umstände unter denen eine Verletzung geahndet oder geradezu hervorgehoben wird („Sie sind ein Held!“) differenzieren Organisationen stark voneinander. Der Leitprozess Gegenwartsbehandlung ist daher für Management wie Berater in gleichem Ausmass bedeutsam.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.