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Phasenmodelle

Phasenmodelle – wie die bekannte Teamuhr oder die gruppendynamischen Phasen – werden zum Verstehen von Teams gern benutzt. Das hat einen relativ großen Nachteil: Sie fokussieren auf „Gruppe“, also auf den sozialen Aspekt des Teams und nicht auf Gruppenziele und deren Bildung, Bearbeitung und Neubildung. Damit werden jedoch die Prioritäten ungünstig verschoben. Zugleich wird ein starrer Ablauf (Uhr!) unterstellt, der sich im wahren Leben nicht so finden lässt. Phasenmodelle suggerieren eine Scheinsicherheit und haben Erklärungsnöte bei Abweichungen. Schlussendlich unterliegen sie leicht einer verdeckten „Reifungslogik“ (reife Teams!) und drohen damit statisch und normativ zu werden („Sind Sie schon ein reifes Team!?).

Die Alternative ist – wie so oft – sich in Erinnerung zu rufen, dass zeitliche Abläufe immer nur paradox verstanden werden können. Zu „einer“ Zeit – der jeweiligen Gegenwart – kann nur eine Seite einer Unterscheidung genutzt werden! Teams bearbeiten viele gegensätzliche Ziele und sind nicht eine Gruppe!

Die theoriegestützte Analyse wie ein Team die unausweichlichen Paradoxien bearbeitet, die sich in den Leitunterscheidungen und den ihnen nachgelagerten weiteren Entscheidungsnotwendigkeiten „verbergen“, erscheint uns sehr viel leistungsfähiger als Phasenmodelle von Gruppen. Muster und Situationen von Teams lassen sich so sehr viel spezifischer und situativer erfassen und beeinflussen.