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Paradoxie von Entscheidungen

Manager neigen dazu, eine getroffene Entscheidung dann für richtig oder zumindest für gut zu halten, wenn sie allgemeine Zustimmung findet. Genau dies ist jedoch der klare Hinweis, dass in einem solchen Fall überhaupt keine Entscheidung stattgefunden hat. Warum?

Entscheidungen sind paradox. Sie sind notwendig, wenn es mindestens zwei gleichwertige Alternativen gibt. Wenn etwas entschieden wird – Alternative A – dann führt diese Entscheidung immer Kritik mit sich. Sie hat, weil sie etwas entschieden hat, immer diejenigen Argumente gegen sich, die für die verworfene Alternative B gesprochen haben. Wenn es diese nicht gibt (= „alternativlos“!), wurde nichts entschieden.

Für organisationale Entscheidungsprozesse genauso wie für größere Veränderungen (Change!) ist es also unabdingbar, dass man sich klarmacht, dass es keine Entscheidung bzw. Veränderung ohne Nachteile (=Sachdimension), ohne Verlierer (=Sozialdimension), ohne neue Risiken (=Zeitdimension) geben kann! Darum brauchen Organisationen die Fähigkeit, kompetent mit Unvollkommenkeit umzugehen, gut verlieren zu können und mit Gefährdungen entspannt leben zu lernen.

Die Paradoxie von Entscheidungen lässt sich nur auflösen, indem man wie der Esel zwischen den Heuhaufen einen Nahrungsberg zugunsten eines anderen aufgibt. Die Zukunft eröffnet ab dem Moment, in dem entschieden wurde, die Möglichkeit diese Entscheidung zu bedauern oder zu feiern!



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