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Geheimbund-Struktur

Kombiniert man den Distanz-Pol, den Sicherheits-Pol und den Einzigartigkeits-Pol entwickeln sich Teams mit einer Geheimbund-Struktur. Solche Muster zeichnen sich durch Verschworenheit, eine gemeinsame – oft für Außenstehende kaum dechiffrierbare – Sprache, „Kürzel“, Rituale und rigide Formen der Aufnahme und des Ausscheidens aus. Meist kommt man nicht so leicht hinein und nicht so leicht wieder heraus…

In Organisationen sind es meist Spezialisten-Teams (Softwareentwicklung!) oder Teams mit speziellen Aufträgen, die solche Strukturen ausbilden. Aber auch informelle Teams („Seilschaften“, „Strippenzieher“, „Alumni-Gruppen“), die sich oft über Jahrzehnte halten, können solche Muster ausbilden.

In solchen Teams wird (absolute) Loyalität erwartet. Anforderungen, die aus dem Team kommen, haben Priorität. Sich für die Gruppe zu“opfern“ ist erwünscht. Normen sind starr. Der Mitgliedschaft kommt für die Teammitglieder ein hoher, höchster Stellenwert zu. Hier dabei zu sein, ist wirklich alles und das Größte.

Rutschen solche Teams in extreme Ausprägungen, gerät die Distanz zum Unterwerfungszwang („Hier zählst Du nichts, wenn Du nicht tust, was von Dir erwartet wird!“). Die Sicherheit wird zur Zwangsjacke, die Individualität unmöglich macht – und die Einzigartigkeit führt zur Isolierung vom Rest der Welt („Wir sind anders als alle anderen!“).