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Funktion des Pols „Wählend“

Die Funktion des Pols „Wählend“ ist immer dann relevant, wenn es – entweder – in festgefahrenen Konflikten darum geht, die Breite dessen, wie man den anderen verstehen könnte, zu erhöhen. Oder – wenn es wichtig ist, in kalten Konflikten das eigene Verstehen („Hat er nicht so gemeint!“) mit Varianten anzureichern („Vielleicht betrügt er mich ja nach Strich und Faden?“). Wählen kann den Konflikt verflüssigen (=Neue Alternativen in stabilen Widerspruch einführen) oder ihn überhaupt erst deutlich werden lassen (=Neue Alternativen einführen, die Widerspruch erst möglich machen).
Die Reflexion der Deutungen, die man den Mitteilungen des anderen im Konfliktfall gibt, droht leicht unter die Räder zu kommen. Scheint es doch oft hyperplausibel, dass der andere es als Vorwurf oder Anschuldigung gemeint hat. Man glaubt oft schneller als man möchte, dass der andere so einen Unsinn wirklich gesagt hat und ihn auch noch glaubt. Die Freiheit zu Selbstkritik kommt in Konflikten durch die Festlegung auf Widerspruch schnell unter die Räder. Wählen, ob man einen Sinn im Gesagten findet, dem man in Teilen auch zustimmen könnte, ist der Gewinn eigener Freiheit und für den Konflikt die Möglichkeit in eine gemeinsame Lösung oder in Konsens zu finden.