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Drohungen

„Du tust, was ich möchte!“ Diese Aufforderung ist der Kern jeder Drohung. „Und wenn nicht?“ Die Gegenfrage richtet sich automatisch an die Folgen, die dann vorgeben, dass sie schlimmer sind, als bei den eigenen Absichten zu bleiben. Es liegt in der Logik der Konfliktdynamik, dass Drohungen ins Spiel kommen. Warum?

Beide Konfliktparteien haben sich in einer zirkulären Weise miteinander konflikthaft verstrickt. Das ist daran erkennbar, dass beide(!) nicht tun, was der andere möchte, weil der andere nicht tut, was man selbst möchte. Beide bestehen darauf, dass der andere den ersten Schritt macht. So eine Situation ist meist nicht lange stabil, weil sie sich offensichtlich im Kreis dreht. Also sucht der Konflikt eine Möglichkeit die Spannung zu erhöhen. Deshalb gibt es Drohungen. Der Fokus des Konflikts ist nicht mehr bei der Klärung von Interessen oder Sachfragen. Auch geht es nicht darum, ob der andere nun gut oder böse ist. Sondern es geht darum ein Ungleichgewicht in die wechselseitige gleichgroße Verweigerung zu bringen. Die asymmetrische Struktur des Konflikts sucht sich also Mittel, die eine Entscheidung erzwingen sollen. 

Darum richten sich Drohungen durch Entzug oder Schädigung gegen das, was dem anderen wertvoll sein könnte: Autonomie, Besitz, Wohlbefinden, öffentlicher Ruf, körperliche Unversehrtheit, Leib und Leben im Extremfall. Das funktioniert nur mit unterschiedlichen Formen der Gewalt.