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Selbstakzeptanz

Man lernt Selbstakzeptanz im Zusammensein mit anderen, indem man sich durch sie bestätigt, bekräftigt oder gelobt fühlt, den Stolz und das Leuchten in den Augen des Gegenübers wahrnimmt. Und – genauso wichtig für Selbstakzeptanz! – man lernt, dass einem klar etwas abverlangt oder verweigert wird.

Gesetzt den Fall, man erlebt das als Kind immer wieder und überwiegend, wird man diesen Umgang mit sich selbst verinnerlichen. Man lernt, sich selbst zu bestätigen, zu bekräftigen, fürsorglich mit sich umzugehen, stolz auf sich zu sein, sich mit Selbstdisziplin zu versorgen, sich Grenzen zu setzen und sich etwas abzuverlangen. Die Folge dieser selbst kultivierten Akzeptanz besteht in einer souveränen Haltung gegenüber den Bejahungs- und Verneinungsangeboten im Zusammensein mit anderen. Wer sich selbst bestärken kann, ist weder auf die Bestätigung anderer angewiesen, noch wird er von ihr abhängig, noch wird er Bewunderung für seine Leistungen nötig haben. Er wird sich über solche Signale freuen, aber nicht mehr. Wer sich selbst freundlich-kritisch begegnen kann, wird sich vom Lob anderer nicht blenden lassen und mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Gleiches gilt für den anderen Pol: Wer Kritik von anderen ausgesetzt ist, wird darin eine Chance sehen, einen wahren Kern ernst zu nehmen, und die Anregungen aufgreifen. Er wird Unangemessenes in der Kritik zurückweisen oder vorbeiziehen lassen. Wenn also jemand als Erwachsener kontinuierlich etwas tut, um von anderen Lob zu bekommen und um jede Kritik zu vermeiden, ist dies ein Hinweis auf eine seelische Beeinträchtigung.



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