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Hemmen

Die Fähigkeit, in sich Impulse und Bedürfnisse zu hemmen, wird psychisch in den ersten Lebensjahren erworben. Ohne diese Fähigkeit ist der Mensch nicht zum sozialen Zusammenleben fähig. Der Satz „Ich werfe mich auf den Boden und schreie, wenn Du mir nicht gibst, was ich möchte!“ oder gar das Tun dessen, ist für einen Erwachsenen nicht passend. Fehlende Hemmung – alles immer jetzt und sofort – ist ein Problem, wie alle Eltern nur zu gut wissen. Wohlbefinden, seelische Selbstregulation, soziale Beziehungen und Zusammenarbeit in Organisationen sind ohne diese Fähigkeit zur Hemmung nicht möglich. Auch diese Fähigkeit kann funktional oder dysfunktional ausgeübt werden. Zentral ist auch hier die Wahlfreiheit.

Wenn ein Mensch bestimmte Bedürfnisse immer hemmen muss, entsteht ein Problem. Es kann sich eine chronische und vor allem ungewollte Frustration entwickeln – und dieser Mensch lässt im Kontakt mit anderen eine Art „Lücke“, wenn es notwendig wäre, genau dieses Bedürfnis anderen zur Verfügung zu stellen (z.B. bleibt ein nähegehemmter Vorgesetzter kühl, wenn es darum ginge emotionalen Anteil auf eine Krankheit des Mitarbeiters zu zeigen; so verliert er die Achtung des gesamten Teams und verliert Loyalität!).

Genauso wird es schwierig, wenn jemand ein bestimmtes Bedürfnis nicht hemmen kann. Also wenn er etwa es nicht aushält, von jemandem getrennt zu sein, oder wenn andere hervorgehoben werden u.a.m.. Daher besteht persönliche Veränderung immer auch darin, die eigenen Wahlmöglichkeiten auszubauen, wie man seine Bedürfnisse lebt, und darüber bewusste Entscheidungen herbeizuführen, statt Opfer unbewusster und unbemerkter Vorgänge zu werden.



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