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Fruchtbare innere Konflikte

Fruchtbare innere Konflikte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf der Wahrnehmung eines Bedürfnisses und dem mit diesem Bedürfnis gekoppelten Vermeidungsimpuls beruhen. Diese Unterscheidung – unfruchtbare von fruchtbaren inneren Konflikten zu differenzieren –  ist in den gegenwärtigen Beratungstherorien und -ansätzen selten aufzufinden (siehe Konfliktmuster (innere)). Beratungstechnisch ist dieser Unterschied jedoch sehr bedeutsam. Bei jedem vom Klienten geschilderten Problem gilt es zu untersuchen, welches das Bedürfnis sein könnte, dessen Wahrnehmung oder Befriedigung durch die Art, wie der Klient sein Problem lebt, unmöglich oder schwierig ist: „Wissen Sie, ich bin einfach immer der Schnellste im Kopf und der mit den besten Lösungen. Mein Problem ist, wie bekomme ich das ‚Buy-in‘ meiner Kollegen?“. Jemand, der sein Anliegen so schildert, hat erstens kein Bewusstsein davon, dass sein Bedürfnis nach Zugehörigkeit und nach Nähe auf der Strecke bleibt und dass er zweitens sein Bedürfnis nach Einzigartigkeit kontaktlos auslebt. Der fruchtbare innere Konflikt könnte also darin bestehen: Einerseits sein Wunsch, sich auch ohne besondere Leistung liebenswert zu fühlen, und andererseits seine (große) Angst, dass im Grunde keiner mit ihm wirklich zu tun haben möchte. Beides – Bedürfnis und Angst – sind ihm in der Problemschilderung nicht als relevant bewusst und werden erst recht nicht wahrgenommen.



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