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Konfliktmuster

Viele seelische Schwierigkeiten und Symptomatiken sind die Folge (unbewusster) innerer Konflikte. Die Konzepte, die in der Psychologie und Psychotherapie seit Freuds Tagen angeboten werden, um Ordnung in die schier unglaubliche Fülle dieser inneren Konfliktmuster zu bringen, sind kaum zu überblicken. Ob es sinnvoll ist, eine Auflistung oder eine Systematik der Möglichkeiten zu erstellen, erscheint theoretisch fraglich. Aus der prozessualen Sicht der Metatheorie stellt sich die Frage nach der Funktion von Konflikten – und darauf aufbauend, ob sich solche Funktionen grundlegend unterscheiden lassen. Nützlich – auch als Orientierung in der praktischen Arbeit – hat sich hier die Unterscheidung zwischen unfruchtbaren und fruchtbaren Konflikten erwiesen (siehe Staemmler/Bock). Unfruchtbare innerseelische Konflikte liegen immer dann vor, wenn es zwei widerstreitende Impulse gibt, die beide keinen Bezug zu einem Bedürfnis haben, sondern gemeinsam der Abwehr eines unangenehmen Gefühls dienen. („Ich sollte – ich mag aber nicht!“). Weder etwas sollen, noch sich dagegen wehren, ist ein Bedürfnis. Beides zusammen dient möglicherweise aber der Abwehr dessen, dass einem bewusst wird, wie leer und einsam man sich innerlich fühlt. Ein fruchtbarer Konflikt hingegen besteht aus der Bewusstheit von einem Bedürfnis und der (ängstlichen) Vermeidung dieses Bedürfnisses. Beraterisch muss mit beiden Konfliktmustern unterschiedlich umgegangen werden.



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