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Beobachtungsperspektive

Es könnte auch ganz anders sein. Dieser Satz bringt das systemtheoretische Prinzip zum Ausdruck, dass alles, was erkannt und gesagt wird, von jemandem gesagt wird. Dieser Jemand hat nun keinen bevorzugten, übergeordneten Blick auf die Welt, mit dem er alle Zusammenhänge inklusive seiner eigenen Erkenntnis erkennen kann. Erkennen bedeutet beobachten – und schafft dadurch Blindheit in Bezug auf das, was man ausschließt, um beobachten zu können. Das ist zumindest man selbst. Nun kann man fragen, was diese abstrakten Überlegungen beratungsrelevant machen. Wenn alles auch anders sein könnte, weil man es anders beobachten könnte, motiviert das, sich mit den Beobachtungen anderer auseinanderzusetzen. Unterschiede bereichern bzw. es wird klarer, worum es in einem Konflikt geht. Zudem ist es funktional, auch die eigenen Beobachtungsmotive zu reflektieren. Es kann sogar Spaß machen, sich auf die Schliche zu kommen, welche bislang unbewussten Motive daran beteiligt sind, eine bestimmte Sichtweise aufrecht zu erhalten. Im Kontext Beratung entdecken Klienten oft bislang unbewusste Motive, die Welt und sich so zu sehen, wie sie es tun. Das allein verflüssigt Leitentscheidungen im Kontext Akzeptanz, Resonanz, Selbstverantwortung und Verstehen. Und es erschwert scharfe, weil mit Bewertungen aufgeladene Konflikte.



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