Du bist hier: Start

Von Spezifisch zu Generalisiert

Am Anfang ist man sich meist in einem Punkt uneinig und versucht sich wechselseitig zu überzeugen, anders zu denken. Auf dieser Neigung von Menschen setzt die Konfliktdynamik auf. Wie geschieht es, dass aus der Uneinigkeit zu einem Sachverhalt eine Uneinigkeit zu vielen Punkten werden kann?

Die wichtigsten Beobachtungen, die sich in diesem Übergang machen lassen, sind diese: Die Kommunikation wird schneller, d.h. Gesprächspausen werden weniger oder fehlen. Damit einher geht ein zunehmendes Unterbrechen und Nicht-Ausreden lassen der anderen Seite. Gleichzeitig wird mehr Redezeit eingefordert und verteidigt („Jetzt lassen Sie mir doch mal Zeit, das vernünftig zu erklären!“). Hier kommt also der Leitprozess „Aktionsmodus“ ins Spiel. Die emotionale Unterfütterung, aus der man heraus erwartet, dass der andere zustimmt, wird höher („Begreifen Sie doch endlich!“).  Ebenso nimmt die Bereitschaft, auf die Mitteilungen des anderen einzugehen, mehr und mehr ab (Leitunterscheidung Reaktionsmodus). Auf der sachlichen Ebene werden die Erläuterungen komplizierter, ausschweifender und die Feststellungen, mit welchen Aussagen der andere auch noch daneben liegt, häufiger. Dies wird von der Konfliktdynamik begünstigt, weil beide Seiten durch das Nicht-beim-anderen-ankommen immer mehr motiviert werden, das Gesagte noch einmal anders zu begründen. Dabei kommt mehr und mehr eine Verteidigungshaltung gegenüber dem eigenen Standpunkt und eine Angriffshaltung gegenüber dem anderen ins Spiel.

Dies alles führt relativ verlässlich dazu, dass sich die Hoffnungen beider Parteien auf Verständigung sinken. Die Aspekte des Themas, zu dem man glaubt unterschiedliche und auch unvereinbare Ansichten zu haben, werden mehr und am Ende sind beide der Ansicht, dass die Ansichten des anderen nichts taugen und er auch nicht belehrbar ist.