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Leitprozess Aktionsmodus

Der Leitprozess ‚Aktionsmodus‘ fokussiert auf die Frage: „Findet die Kommunikation so statt, dass beide Konfliktpartner (ausschließlich) Mitteilungen und Informationen senden oder (auch) die Mitteilungen und Informationen des anderen erkunden?“
Konflikte entwickeln deshalb oft eine so enorme Geschwindigkeit, weil die Art des Verstehens einseitig auf Senden setzt. Dadurch macht das Konfliktsystem sich nicht mehr die „Mühe“ zu untersuchen, wie an das Gesagte angeschlossen wird. Der andere dient quasi nur als Zustelladresse für das selbst Gesprochene. Es geht darum – alltagssprachlich benannt – das Eigene „loszuwerden“. Tun dies beide Seiten des Konfliktsystems, verfestigen sich automatisch die Standpunkte. Das Kommunikationsmuster lautet: „Ich wiederhole mein Argument!“.
Sind die Standpunkte verhärtet (=hyperstabiler Konflikt), dann kann es allerdings funktional sein, wenn die derzeit unterlegene Partei, den eigenen Standpunkt ins Spiel bringt und anfängt, auch ohne „Zuhörer“ zu sprechen („Jetzt will ich aber auch mal was sagen …!“).
Erkundende Kommunikationsstrategien gehen davon aus, dass allen Informationen und Mitteilungen mehrere und unterschiedliche Lesarten zuteil werden können. Man kultiviert dann eine gewisse Skepsis gegenüber der eigenen Auffassung dessen, was andere mitteilen. Dies kann in Konflikten höchst wichtig werden, wenn es gilt zu deeskalieren.
Andererseits kann höchst ungünstig sein, wenn es dazu führt, dass man grundsätzlich mit Zweifel am eigenen Erleben zugange ist, statt auch mal Zweifel am anderen zu üben. Darum dient es dem Verständnis von Konflikten wenig, wenn einseitig der erkundende Modus propagiert wird, und damit ein Verständnis fehlt, wozu ein konsequentes Senden, also Position beziehen, in bestimmten Konfliktlagen unabdingbar ist.