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Vertrauensbruch

Der Bruch von Vertrauen ist ein markantes Ereignis  und hat in und außerhalb von Organisationen oft erhebliche und nicht leicht revidierbare Folgen. Gebrochenes Vertrauen führt dazu, dass die Beziehung, das Team oder die Organisation sofort mit Kontrolle, Mißtrauen, Angst vor Wiederholung und damit Verlust von Risikobereitschaft zurecht kommen muss.

Ein Vertrauensbruch liegt dann vor, wenn Erwartungen an die Umwelt, die als stabil und verlässlich angesehen wurden, enttäuscht werden. Man erwartet, dass jemand mit dem man verheiratet ist, nicht einfach mal 14 Tage unangekündigt verschwindet oder der Mitarbeiter pünktlich zur Arbeit kommt. Man erwartet aber auch, dass der Geldschein, den man bekommt, keine Fälschung ist, der Arbeitgeber das Gehalt zahlt oder dass beim Strassenverkehr in Deutschland jeder rechts fährt. Und man kann erwarten, dass es im Urlaub im Süden heiß und im Norden kalt ist oder der Apfel vom Baum fällt. An dieser Aufzählung erkennt man schon, dass die Auswirkungen sehr unterschiedlich sind, ob das Vertrauen in Personen, in Systeme oder in die Natur enttäuscht wird.

Wenn Vertrauen gebrochen ist, ist das System sofort mit sich selbst beschäftigt. In Beziehungen und Gruppen wird es sofort schwerer gemeinsame Zukünfte aufrechtzuerhalten („Will ich noch mit Dir in den Urlaub fahren?“). Bei Vertrauensbruch zu Systemen (etwa Korruption von Mächtigen, Richtern etc.) ist immer auch das soziale System im Ganzen gefährdet. Daher kommt den internen Prozessen, wie kontrolliert mit Vertrauensverlust und -brüchen umgegangen wird, so hohe Bedeutung zu (Revision, Ombudsstellen, Complianceabteilungen, Verbraucherzentralen etc.).