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Vergangenheit von Klienten

Die Beschäftigung mit der biografischen Vergangenheit des Klienten gilt oft als Merkmal davon, dass Beratung als Therapie zu bezeichnen ist, während Coaching und andere Formate sich mit der aktuellen Situation des Klienten beschäftigen. Das ist leider wenig hilfreich für Coaching. Warum?

Unabhängig vom Anliegen, welches Klienten in eine Beratung einbringen, gilt es herauszufinden, in welcher Weise sie dafür sorgen, dass sie nicht befriedigend auf die gegenwärtige Situation reagieren können bzw. sich wohlfühlen können. Wenn sie in der Gegenwart frei alle acht Leitprozesse angemessen entscheiden können, werden sie eine passende Antwort durch ihr Handeln oder in ihrem Erleben finden. Wenn dies nicht der Fall ist, werden in der Gegenwart innere Schemata aktiviert, die sich in der Vergangenheit gebildet haben und im gegenwärtigen Moment das Erleben beeinflussen, überlagern oder verzerren. Daher ist die Vergangenheit dann wichtig, wenn sie die Gegenwart bestimmt (und dadurch eben nicht vergangen ist!). Wenn die aktivierten Schemata des Umgangs mit der gegenwärtigen Situation nicht bewusst sind, werden sie im Erleben nicht sich selbst, sondern der Wirklichkeit zu geschrieben: Nicht „ich erzähle mir, dass es riskant ist, für mich einzutreten, weil ich mir glaube, dass die Welt so ist, wie ich sie früher einmal erlebt habe!“, sondern „ich finde, mein Chef ist nachtragend und daher halte ich lieber den Mund!“. Diese Form, die Verantwortung der Umwelt und nicht sich selbst zuzuweisen, ist dysfunktional im Hinblick auf die Wünsche in der Situation. Und um sich zu entscheiden, die Verantwortung anders wahrzunehmen, braucht es eine Beschäftigung mit dem alten, aber wirksamen inneren Muster – in der Psychotherapie genauso wie im Coaching oder in der Supervison.



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