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Truppen-Struktur

Kombiniert man den Distanz-Pol, den Sicherheits-Pol und den Zugehörigkeits-Pol entwickeln sich Teams mit einer Truppen-Struktur. In einer Truppe ist klar, was zu tun ist (=sicher), ein Teammitglied mit persönlichen Anliegen ist eher lästig (=distanziert) und jeder weiß felsenfest, dass er zur Truppe zugehörig ist und nicht so leicht aufgegeben wird.

In Truppen-Strukturen gibt es daher viele klare, routinierte Abläufe und hierarchische Anweisungen. Konflikte werden von oben entschieden, Widerspruch gegenüber dem Chef ist unerwünscht oder gefährlich. Die Atmosphäre kann kalt sein, meist ist sie sachorientiert und empathiearm. Für Teams mit einem klaren, wenig komplexen Auftrag, wo jeder eine klare Rolle einnehmen muss, kann ein solches Interaktionsmuster hoch funktional sein. Es braucht dafür Teammitglieder, die kaum individuelle Interessen haben, die Einschränkung ihrer Autonomie hinnehmen und in der Gruppe aufgehen.

Rutschen solche Teams in extreme Ausprägungen, dann gerät die Distanz zur Erbarmungslosigkeit mit Aufopferungszumutungen („Auftrag ist Auftrag!“), Sicherheit wird zu Unterwerfung oder Überwachung („Wir wissen alles über Dich!“) und Zugehörigkeit wird zur Zwangsmitgliedschaft (Mafia!).