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Teams am Distanz-Pol

Teams, welche die Erhaltungsmuster so gestalten, dass primär die Distanzbedürfnisse der Mitarbeiter befriedigt werden, zeichnen sich für Beobachter häufig so aus:

  • Der Ein- und Austritt ist leicht und unkompliziert zu bewerkstelligen, weil die Bindung nicht über die personale Seite, sondern über gemeinsame Ziele, außergewöhnliche Kompetenzen und hohen Sachverstand hergestellt wird.
  • Solche Teams können Fluktuation ertragen, ohne sich in ihrem Bestand bedroht zu fühlen. Dennoch haben solche Teams – oft lauter Superexperten – nicht zwangsläufig eine hohe Fluktuation.
  • Die Beziehungen sind eher distanziert, kühl, sachbezogen und funktionalisierend. Es wird vorzugsweise über Sachthemen gesprochen. Emotionen und private Themen kommen kaum vor. Die Gruppenbindung ist lose, der Zusammenhalt nicht so wichtig.

Die Vorteile für die Motivation von distanzorientierten Mitgliedern liegen auf der Hand: Persönlicher Freiraum und individuelle Unterschiede sind der dominierende Wert und werden gepflegt. Vereinnahmungs- und Intimitätsängste sind beruhigt oder kommen gar nicht erst auf. Mitarbeiter mit Nähewünschen fühlen sich allerdings verloren und einsam.

Ihren schwachen inneren Zusammenhalt gleichen solche Teams durch gemeinsame Außenfeinde aus. Sie werden im Rest der Organisation dadurch leicht als Starensemble, als arrogant oder angstauslösend wahrgenommen. Für die Organisation besteht der entscheidende Nachteil darin, dass bei Krisen und Konflikten die zentrifugalen Kräfte schnell ihre Wirkung entfalten können.



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